... das Gespenst mit der unsichtbaren Hand, die unsere Geschicke lenkt.
Früher hiess es einmal "Der Mensch denkt, und Gott lenkt", und heute heisst es "der Markt lenkt". Selbst Bismarck würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er sehen würde, was heute so geschieht.
Ich habe mal bei Adam Smith nachgeschaut, er schrieb - laut Wikipedia - Durch die unsichtbare Hand werde gleichzeitig auch das allgemeine, gesellschaftliche Glück erhöht.
Also kann man den Erfolg der unsichtbaren Hand daran messen, wie glücklich die Menschen in einem Land sind.
Im vierten Kapitel seines Buchs "Theorie der ethischen Gefühle" beschreibt Adam Smith, wie die Wohlhabenden, ohne dies bewusst zu beabsichtigen, von einer unsichtbaren Hand dazu geleitet werden, ihren Reichtum mit den Armen zu teilen.
Allerdings ging er dabei von den gottesfürchtigen Menschen seiner Zeit aus, denn er konnte ja nicht ahnen, dass eines Tages seine Aussage mit einer der sieben Todsünden, nämlich der Gier, missbraucht werden würde. Im Manga Angel Sanctuary von Kaori Yuki sind die Todsünden als Figuren dargestellt - die Gier als Mammon.
Noch ein bemerkenswerter Satz von Adam Smith, der kaum erwähnt wird:
Kaufleute, so erklärt Smith in seinem Buch Der Wohlstand der Nationen, investieren oft im eigenen Interesse ihr Kapital eher im eigenen Land als in der Ferne.
Jeder, der die unsichtbare Hand als Begründung vorgibt, wenn Menschen und Länder ihrer Habe beraubt werden, sollte sich schämen.
Inzwischen ist es wohl alternativlos, dass die Wohlhabenden bewusst zu beabsichtigen haben, ihren Reichtum mit den Armen zu teilen, denn die unsichtbare Hand lässt seit geraumer Zeit den Reichtum zu den Reichen fliessen.
Es heisst, wir leben in der Informationsgesellschaft.
Die grössten Erfindungen derzeit sind soziale Erfindungen, wie z.B. die für jedermann nutzbaren Datenbanken, die eines Tages das gesamte Wissen unserer Welt gesammelt haben und zur Verfügung stellen, und soziale Netzwerke, in denen wir uns beliebig mit anderen Menschen, egal auf welchem Kontinent, austauschen können.
Aber so wie die Erfindung von Alfred Nobel, das Dynamit, die Welt verändert hat, verändern auch die sozialen Erfindungen unsere Welt. Ein Teil wird zum Wohle der Menschheit verwendet, und ein anderer Teil zur Zerstörung.
Der Zerstörung dienen die sozialen Erfindungen, die die Menschen ihrer Lebensgrundlage berauben und die die Staaten ausrauben, sodass absehbarerweise letztendlich nichts mehr zum Leben übrig bleibt.
Derzeit arbeiten viele Menschen auf diesem Planeten hart daran, das Huhn zu schlachten, das bisher goldene Eier legte, nicht bedenkend, dass es keine goldenen Eier mehr gibt, wenn das Huhn den letzten Atemzug getan hat.
Dann werden diese Menschen aufwachen, und feststellen, dass man Geld nicht essen kann. Muss erst einmal alles in Schutt und Asche liegen, damit der Phoenix aus der Asche aufsteigen kann? Werden wir eigentlich nie erwachsen? Wie es heisst, steht der Mensch über dem Tier. Davon ist derzeit in der allgemeinen Weltlage nicht viel zu merken.
Wäre es nicht fürchterlich, wenn sich am Schluss, nachdem all unsere Errungenschaften und sogar unsere gesamte Welt zerstört ist, sich herausstellen sollte, dass das alles auf einem Fehler in unseren Buchhaltungsmethoden beruhen würde? Dass die Anwendung der falschen Formel unser Leben und unsere Welt zerstört hat?
Es ist so. Wir haben einen Fehler in unseren Buchhaltungsmethoden. Viele ahnen es, wenige wissen es, und die meisten, die diesen Fehler erkannt haben, trauen sich nicht, darüber zu reden. Wie in der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern.