Wie es heisst, basiert die Handlung auf der von Julius Caesar zu Beginn seines Werkes "De bello Gallico" getroffenen Aussage:
„Von diesen allen die tapfersten sind die Belger."
So hat es sich auch heute wieder in Brüssel gezeigt.
Obwohl in vielen europäischen Ländern gegen CETA demonstriert wurde,
die Wallonische Regierung ist die einzige, die sich hier für ihre Bürger einsetzte.
Was soll aus Europa werden,
wenn auf die Wünsche der europäischen Bürger keine Rücksicht genommen wird?
Was soll aus Europa werden,
wenn die Wallonische Regierung durch Gruppendruck gezwungen wird,
ihre Bürger zu verraten?
Die Europäische Union ist mal wieder am Scheideweg.
Entscheiden sich die europäischen Vertreter, dass die EU eine Union der globalen Grosskonzerne wird?
Oder geben die europäischen Vertreter den europäischen Bürgern wieder eine Chance, mitzubestimmen, was mit ihnen geschehen soll und geschieht?
Es ist eine Schande, dass die Medien alleine über Belgien und die Wallonen als Sündenbocke herfallen, und die Proteste in den anderen Ländern bei dieser Gelegenheit
mit keinem Wort erwähnt werden. Daraus kann man nur schliessen, dass die Bürger
in den anderen Ländern, die gegen CETA demonstriert haben, also auch die Deutschen,
von ihren Regierungen bereits verraten worden sind.
Die Europäische Union ist dabei, sich von einer auf Völkerfreundschaft basierten EU zu einer EU verfeindeter Länder zu entwickeln. Man braucht nur auf Griechenland und Italien zu schauen, diese Länder wurden von der EU im Stich gelassen. Die Hälfte der britischen Europäer hat sich von Europa losgesagt. Irland will EU-Beschlüsse nicht mittragen.
Die Visegrad-Staaten sind in Opposition.
Und nun die Wallonen.
Die Europäische Union muss sich an europäische Werte zurückerinnern.
Sie wurde gegründet, um dauerhaften Frieden in Europa zu gewährleisten,
hat sogar den Friedensnobelpreis dafür bekommen.
Es wird Zeit, dass sich die eurpäischen Vertreter daran erinnern, dass sie in Vertretung der europäischen Bürger gewählt worden sind, und dass ihre wichtigste Aufgabe ist, sich für die Bürger Europos einzusetzen. Wir leben in einer Zeit des Wandels, und die Gefahr ist gross, dass sich die Schere zwischen Bürgern und Grosskonzernen soweit öffnet, dass ein Grossteil der Bürger keine Lebenschance mehr sieht. Wo sind die Politiker, die an das Gemeinwohl denken? Wo sind die Politiker, die für eine friedvolle Zukunft vorsorgen?
Der wallonische Ministerpräsident Paul Magnette erklärt sein eigentliches Motiv.
"Wir blockieren nicht aus Vergnügen, sondern weil wir uns in einem Moment des Umbruchs befinden und vor einem qualitativen Sprung in der Geschichte der Demokratie stehen.
Wir bauen die Demokratie. Das Problem liegt nicht im Handel mit Kanada.
Vielmehr stellt sich die Frage, welche Art von Globalisierung wir wollen."
Ein Nein zu Ceta würde die Europäische Union in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise stürzen, so heisst es.
Ein Ja zu Ceta wird die Europäische Union ebenso in eine schwere Krise stürzen.
Die Union steckt ohnehin in ihrer schwersten Krise seit ihrer Gründung.
Wenn sich die EU über ihre Bürger hinwegsetzt, wird es zu einer noch schwereren Krise kommen.
Die Chance, dass sich die Vertreter der EU eines Besseren besinnen,
sind ausserordentlich gering. Zero.