Freitag, 21. Oktober 2016

Brüssels Dilemma

Asterix bei den Belgiern ist der 24. Band der Comicserie Asterix.
Wie es heisst, basiert die Handlung auf der von Julius Caesar zu Beginn seines Werkes "De bello Gallico" getroffenen Aussage:

Von diesen allen die tapfersten sind die Belger."



So hat es sich auch heute wieder in Brüssel gezeigt.

Obwohl in vielen europäischen Ländern gegen CETA demonstriert wurde,
die Wallonische Regierung ist die einzige, die sich hier für ihre Bürger einsetzte.

Was soll aus Europa werden,
wenn auf die Wünsche der europäischen Bürger keine Rücksicht genommen wird?

Was soll aus Europa werden, 
wenn die Wallonische Regierung durch Gruppendruck gezwungen wird, 
ihre Bürger zu verraten?

Die Europäische Union ist mal wieder am Scheideweg.

Entscheiden sich die europäischen Vertreter, dass die EU eine Union der globalen Grosskonzerne wird?

Oder geben die europäischen Vertreter den europäischen Bürgern wieder eine Chance, mitzubestimmen, was mit ihnen geschehen soll und geschieht?

Es ist eine Schande, dass die Medien alleine über Belgien und die Wallonen als Sündenbocke herfallen, und die Proteste in den anderen Ländern bei dieser Gelegenheit
mit keinem Wort erwähnt werden. Daraus kann man nur schliessen, dass die Bürger
in den anderen Ländern, die gegen CETA demonstriert haben, also auch die Deutschen,
von ihren Regierungen bereits verraten worden sind.

Die Europäische Union ist dabei, sich von einer auf Völkerfreundschaft basierten EU zu einer EU verfeindeter Länder zu entwickeln. Man braucht nur auf Griechenland und Italien zu schauen, diese Länder wurden von der EU im Stich gelassen. Die Hälfte der britischen Europäer hat sich von Europa losgesagt. Irland will EU-Beschlüsse nicht mittragen.
Die Visegrad-Staaten sind in Opposition.
Und nun die Wallonen.

Die Europäische Union muss sich an europäische Werte zurückerinnern.
Sie wurde gegründet, um dauerhaften Frieden in Europa zu gewährleisten,
hat sogar den Friedensnobelpreis dafür bekommen.

Es wird Zeit, dass sich die eurpäischen Vertreter daran erinnern, dass sie in Vertretung der europäischen Bürger gewählt worden sind, und dass ihre wichtigste Aufgabe ist, sich für die Bürger Europos einzusetzen. Wir leben in einer Zeit des Wandels, und die Gefahr ist gross, dass sich die Schere zwischen Bürgern und Grosskonzernen soweit öffnet, dass ein Grossteil der Bürger keine Lebenschance mehr sieht. Wo sind die Politiker, die an das Gemeinwohl denken? Wo sind die Politiker, die für eine friedvolle Zukunft vorsorgen?

Der wallonische Ministerpräsident Paul Magnette erklärt sein eigentliches Motiv.
"Wir blockieren nicht aus Vergnügen, sondern weil wir uns in einem Moment des Umbruchs befinden und vor einem qualitativen Sprung in der Geschichte der Demokratie stehen.  

Wir bauen die Demokratie. Das Problem liegt nicht im Handel mit Kanada.
Vielmehr stellt sich die Frage, welche Art von Globalisierung wir wollen."

Ein Nein zu Ceta würde die Europäische Union in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise stürzen, so heisst es.

Ein Ja zu Ceta wird die Europäische Union ebenso in eine schwere Krise stürzen.


Die Union steckt ohnehin in ihrer schwersten Krise seit ihrer Gründung.

Wenn sich die EU über ihre Bürger hinwegsetzt, wird es zu einer noch schwereren Krise kommen.

Die Chance, dass sich die Vertreter der EU eines Besseren besinnen,
sind ausserordentlich gering. Zero.

Freitag, 12. August 2016

Weitere 300.000 Tote oder 300.000 Flüchtlinge?

Wofür entscheiden wir uns?

Nach Schätzungen der UNO hat es inzwischen mehr als 400.000 Tote
im syrischen Bürgerkrieg gegeben.


In Aleppo sind 300.000 Menschen eingekesselt.
Zwei Millionen Menschen in Aleppo ohne Trinkwasser.
In der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo wurde nach Angaben eines Krankenhausleiters Chlorgas eingesetzt.
Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, will prüfen, ob es sich um ein Kriegsverbrechen handelt.

Bomben auf Schulen und Krankenhäuser.

Dieser Bürgerkrieg als Ganzes ist ein Kriegsverbrechen!

Was kommt als Nächstes?

Wie lange kann ein Mensch ohne Trinkwasser leben?

 
Foto: AP Aleppo in Syrien (Archivbild)

Nur wenige Einwohner Aleppos haben die Chance wahrgenommen,
die Stadt zu verlassen. Die Verbliebenen sind Geiseln der sogenannten Freiheitskämpfer.

Aleppo wird eine humanitäre Katastrophe, weil Terroristengruppen diese Stadt besetzt haben, die die Bevölkerung unterdrücken und das Assad-Regime versucht,
diese Stadt zu befreien.

Wird es bald weitere 300.000 Tote geben?
Oder weitere zwei Millionen Flüchtlinge?


Wird Aleppo das "Stalingrad" des syrischen Buergerkrieges?
Auf Befehl Stalins sollten Zivilisten  nicht evakuiert werden.

Oder wird Aleppo ein "Dresden" des syrischen Bürgerkrieges?

Durch Luftangriffe auf den Großraum der Stadt Dresden starben in vier Angriffswellen
vom 13. bis 15. Februar 1945 fast 25.000 Menschen.

Mit einem solchen Ausmass ist zu rechnen. Sollte uns das nicht zu denken geben?
Auch wenn die Rückeroberung der Stadt von großer strategischer Bedeutung ist,
müssen deshalb so viele unschuldige Menschen sterben?
Sollten wir uns nicht alle dafür einsetzen, diesen Wahnsinn zu beenden?

So viele Menschen schreiben über diesen Bürgerkrieg, analysieren jede Bewegung,
aber wer sorgt sich um die Menschen, die dort leben?

Wer bereitet diesem Wahnsinn ein Ende?

Putin und Erdogan wollen zusammen arbeiten, um ISIS zu bekämpfen.
Das könnte zu einer Entspannung in Europa führen, denn auch die EU
ist daran interessiert, dass ISIS an Einfluss verliert.

Die Medien berichten, dass Putin und Erdogan mehr Bombardierungen vereinbart haben. Bomben können diesen Krieg nicht beenden. Es müssen Menschen aus allen beteiligten Lagern - und das sind viele - zusammengebracht werden, die dafür sorgen, dass dieser Wahnsinn beendet wird. Jede Gruppe ist davon ueberzeugt, dass sie gewinnen wird.
Aber am Ende wird jede Gruppe verloren haben - vor allem die Gruppe der Unschuldigen.

Es wird Zeit, dass dieser Krieg beendet wird!

Aleppos Ärzte haben einen offenen Brief an US-Präsident Obama geschrieben.
Sie erwarten Hilfe von den USA.

Es ist fünf Minuten vor zwölf !

-.-

Meine Empfehlungen:

Kampf um Aleppo: Dramatische Lage und Chronologie
12.08.2016 | 7 Min. | Verfügbar bis 12.08.2017 | Quelle: BR
Einst war die syrische Stadt eine blühende Metropole am Schnittpunkt wichtiger Handelsrouten. Nun ist es eine schwer umkämpfte Trümmerwüste in der immer noch rund 250.000 Zivilisten um ihr Leben kämpfen. Nur kurze Feuerpausen sind die einzigen Friedenshoffnungen.

WDR Fernsehen:
Flüchtlinge retten eine Stadt - Kleines Wunder in der US-Provinz
15.09.2015 | 29 Min. | UT | Verfügbar bis 15.09.2016 | Quelle: WDR
„Unsere Stadt“, sagen die Einwohner der US-Kleinstadt Utica, hatte Gott vergessen. Die Einwohnerzahl schrumpfte, in der Innenstadt verfielen die Häuser. Doch dann kamen die Flüchtlinge. Die packen an, bauen um, überall in der Stadt. Flüchtlingshilfe andersherum.

Samstag, 23. Juli 2016

Erdogan: Mein Kampf

„Mein Kampf“ ist in der Türkei ein Bestseller.

Avraham Krispin, ein ehemaliger Schulkamerad des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, erinnert sich, dass der junge Recep in der Schule immer eine Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" mit sich trug. Krispin ist in Istanbul geboren und wanderte 1974 nach Israel aus. "Ich erinnere mich gut an ihn: Er kam aus einer einfachen Familie und war ein introvertierter Junge, der sehr schnell wütend wurde. Im Laufe der Jahre habe ich erfahren, dass er uns hasst und Angst vor uns hat."
Das wurde in den EuropeNews berichtet.

Hitler wurde demokratisch vom deutschen Parlament gewählt.
Erdogan wurde demokratisch vom türkischen Parlament gewählt.

Erdogan brauchte keinen "Reichstagsbrand", um das Parlament zu entmachten.
Ein einfacher Antrag an das Parlament hat genügt, und ein versuchter Militärputsch
hat dafür gesorgt, dass es dabei bleibt.

Die britische Zeitschrift "The Guardian" zitiert Erdogan, dass Hitler ein perfektes Präsidialsystem hatte. Das will Erdogan auch erreichen.

Acht türkische Offiziere sind nach Griechenland geflohen, um Asyl nachzusuchen.
Für Griechenland sind sie nun ein moralischer, juristischer und diplomatischer Albtraum.


 
Foto: JOURNEYMAN PICTURES

Wie sich die Bilder gleichen!

"Es herrscht ein Klima der Angst."
"Die Straße gehört abends fast vollständig den Gefolgsleuten Erdogans.
Darunter auch aggressive Schlägertrupps", so ZDF-Korrespondent Stephan Hallmann
zur derzeitigen Situation in der Türkei.

"Die AKP ist ein lynchender Mob"
ZDF-Morgenmagazin, 22.07.2016 07:40
"Die AKP-Anhänger rufen bei Protesten nicht mehr nach Demokratie"

"Erdogan schafft Rechtsstaat und Demokratie in der Türkei ab.
Die EU muss jetzt eine Grenze setzen.
Die Beitrittsverhandlungen müssen auf Eis gelegt, eine Beobachtermission entsandt und Sanktionen geprüft werden" - das fordert die Bürgerbewegung WeMove.EU, die sich für ein besseres Europa einsetzt; für eine Europäische Union, die sich gesellschaftlicher und ökonomischer Gerechtigkeit verpflichtet fühlt; die für ökologische Nachhaltigkeit und bürgernahe Demokratie steht.

Einen Vorgeschmack auf eine "Reichskristallnacht" gab es bereits schon.
In Gelsenkirchen:

Türkische Konflikte mitten in Deutschland
19.07.2016 | 5 Min.
Quelle: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei schlugen auch in der türkischen Gemeinde in Deutschland die Emotionen hoch. In Gelsenkirchen gingen Scheiben zu Bruch.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Brexit

Die Hälfte der Bevölkerung Grossbritanniens
hat für einen Austritt aus der EU gestimmt.


Wer ist nur auf die Idee gekommen, dass ein solches Abstimmungsergebnis Gültigkeit haben soll?

Offenbar gibt es in der Europäischen Union keine Einigkeit in Fragen von Mehrheiten.

In Österreich z.B. verlangt das Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) einfache Zweidrittelmehrheiten bei Sachverhalten, die die Europäische Union betreffen.

Unter einer Zweidrittelmehrheit versteht man eine qualifizierte Mehrheit mit einem Quorum von zwei Dritteln. Warum gilt diese Mehrheiten-Bestimmung nicht bei allen Staaten der Europäischen Union?

Wer hat da verschlafen?

Es hat niemand verschlafen.

Die "Venedig Kommission" des Europarates empfiehlt in ihrem Code of Good Practice on Referendums ausdrücklich, sowohl auf Beteiligungs- als auch auf Zustimmungsquoren zu verzichten.
Grund: wenn kein Beteiligungsquorum gilt, kann sich direkte Demokratie entfalten. So schrieb es jedenfalls Thomas Benedikter am 15.5.2016 in seinem Blog.

Dort liegt die Ursache.
An einen Brexit - und damit an ein Auseinanderbrechen der Europäischen Union - hat wohl niemand gedacht.

Hier fehlt grundlegendes Demokratie-Verständnis.

Was ist geschehen?
In Grossbritannien zwingt eine Hälfte der Bevölkerung der anderen Hälfte ihren Willen auf.
Auch wenn es heisst, dass in der Demokratie die Mehrheit des Volkes massgebend ist,
darf eine solche Situation nicht geschehen.
Dafür wurde das Quorum mit gutem Grund geschaffen,
und erst eine Zweidrittelmehrheit ist eine qualifizierte Mehrheit.
Wenn Prioritäten falsch gesetzt werden, wird eine Demokratie zur Diktatur:
Das spüren wohl viele Europäer, die ihren Unmut über die EU äussern.
In Grossbritannien sehen wir nun die Diktatur einer Hälfte der Bevölkerung
über die andere Hälfte.

Nicht umsonst verlangt das Grundgesetz eine Zweidrittelmehrheit, wenn Bundestag und Bundesrat ein Bundesgesetz zur Änderung des Grundgesetzes beschließen wollen.
Es wäre verheerend, wenn die Abschaffung unserer Grundrechte mit einfacher Mehrheit beschlossen werden könnte. Es ist viel nachzuholen in Sachen Demokratie.
Bei vielen Politikern fehlt das Bewusstsein für diese grundlegenden Dinge.

Nun bleibt wohl nichts anderes übrig als die Scherben zusammenzukehren
und erst einmal neue Grundlagen für die Europäische Union zu schaffen.

Niemand in der Europäischen Union hat offensichtlich den Weitblick gehabt, Entscheidungen von solcher Tragweite vorherzusehen und in die richtigen Bahnen zu lenken. In der Schule haben wir bereits gelernt, wie wichtig ein Quorum, eine Zweidrittelmehrheit, bei schwerwiegenden Entscheidungen ist.
Einfache Mehrheiten können ein Volk zerreissen.

Ein anderer Fall ist die Zulassung von Volksentscheiden. Da gilt natürlich, dass das Quorum eine Mindestwahlbeteiligung vorschreibt, die niedrig genug ist, um der Zulassung eine Chance zu geben. Das Quorum muss auf den Fall abgestimmt sein.

Grossbritannien, von Irland einmal abgesehen, ist das einzige Land
in der EU, in dem Englisch gesprochen wird.
Wird jetzt Französisch die Haupt-Korrespondenzsprache in der EU?

Werden die Schotten nun erneut über eine Loslösung von Grossbritannien abstimmen?
Wird Irland nun auf eine Wiedervereinigung pochen, um in der EU bleiben zu können?
Wird Grossbritannien sich jemals von diesem Umsturz erholen?
Welches Land wird als nächstes für einen Austritt aus der EU abstimmen?
Werden Griechenland und Deutschland die letzten in der EU verbleibenden Länder sein?

Ein schwarzer Tag für die Friedensunion Europa.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Schiedsgerichte: die Freibeuter der CETA !

Laut Wikipedia waren Freibeuter angeworbene Soldaten, die nicht für Sold im Dienst standen, sondern von ihrem Dienstherrn legitimiert waren sich durch Plünderungen und Raub (Beute) beim Feind zu bereichern.


Nun sind sie wieder da - nicht die Freibeuter der Meere,
sondern die Freibeuter der CETA.


Zur Erinnerung:

Die CETA-Freibeuter sind angeworbene Rechtsanwälte, hauptsächlich mit Sitz in New York, die für Sold im Dienst stehen, und von ihrem Dienstherrn legitimiert sich durch Beute bei den CETA-Handelspartnern zu bereichern.

Wikipedia schreibt dazu:
Die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen oder Versorgungslage durch das Machen von Beute war während des größeren Teils der bekannten Geschichte der Menschheit für Kriegsherren und Kombattanten ein wichtiges Motiv, in den Kampf zu ziehen.

"Beute" heisst nun "Rendite".
Die Waffen sind die Schiedsgerichte.
Der Kampf hat bereits begonnen.

In einem Bericht der ARD wird genau erklaert, wie das funktioniert:


Im Namen des Volkes urteilen Schiedsgerichte nicht. Im Gegenteil: Sie tagen hinter verschlossenen Türen und sie verurteilen Staaten zu Strafen in Milliardenhöhe. Konzerne verklagen mit ihrer Hilfe Regierungen, wenn sie ihre Geschäfte bedroht sehen. Und zahlen - müssen wir. Schiedsgerichte gelten vielen als große Bedrohung in den geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA - den Verträgen der EU mit den USA und Kanada. Zu Recht? Noch sind die Abkommen nicht unterzeichnet.
Doch Schiedsgerichtsverfahren sind bereits heute weltweit
in tausenden Verträgen verbindlich verankert
.

Verfügbar bis 07.06.2017

Konzerne klagen - Wir zahlen

43 Min.


Auch das ZDF hat darueber berichtet, wie wir ausgebeutet werden und werden sollen:

TTIP - Chance oder Mogelpackung?

ZDFinfo Doku, 07.06.2016 12:00
Die EU und die USA wollen einen gemeinsamen Markt gestalten – ohne Zölle, mit Gemeinsamkeiten bei Produktstandards, Regeln und Gesetzen. Doch die Kritik am Freihandelsabkommen TTIP wächst.
VIDEO, 43:47
Stream Link für alternative Player


In diesem Bericht wird geschildert, wie wir alle versklavt werden können.

Am Ende wird es den Befürwortern von CETA und TTIP genau so gehen wie Professor Abronsius im "Tanz der Vampire":
„In jener Nacht wusste Professor Abronsius noch nicht, dass er das Böse, das er für immer zu vernichten hoffte, mit sich schleppte.
Mit seiner Hilfe konnte es sich endlich über die ganze Welt ausbreiten.“

Montag, 23. Mai 2016

Humanitärer Weltgipfel in Istanbul

Derzeit findet nach jahrelanger Vorarbeit in Istanbul der erste Humanitäre Weltgipfel statt, in den Nachrichten auch UN-Nothilfe-Gipfel oder UN-Notgipfel genannt.

Erster Redner war der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.



23 May 2016, 4:45 Minuten


Präsident Erdogan hielt ein Pladoyer für die Flüchtlinge.
Es wäre gut, wenn dies umgesetzt würde.
Wer wissen will, was er gesagt hat, muss seiner Rede folgen.
In den Medien habe ich sie nicht gefunden.

Danach sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Thumbnail
23 May 2016, 5:21 Minuten

In einigen Medien wird darüber berichtet, z.B. schreibt Die Welt:

Merkel fordert bei UN-Nothilfegipfel bessere internationale Zusammenarbeit
Erdogan verlangt faire Lastenteilung bei Bewältigung der Flüchtlingskrise


und die TAZ:

Das Treffen beginnt mit hehren Reden und Appellen. Angela Merkel fordert ein besseres Zusammenspiel von Nothilfe und Entwicklungspolitik.


Übrigens, in ihrer Rede hat Angela Merkel noch ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert:

Eine Flüchtlingsversicherung.

So wie es sich anhört, ist sie der Meinung, dass sich in Zukunft Flüchtlingsprobleme mit einer Versicherung lösen lassen.

In den Medien habe ich noch nichts Näheres darüber gefunden.

Sie hat gesagt:

"Es geht auch um neue Wege...
Ich möchte werben dafür, dass wir auch Versicherungsmodellen neben den klassischen Finanzierungen eine Chance geben, zum Beispiel Versicherungsmodelle im Zusammenhang mit den Risiken des Klimawandels oder von globalen Epedemien. Das hat den Vorteil, dass schnell Abhilfe geleistet werden kann, und wer einen Versicherungsanspruch hat, wird nicht mehr als Bittsteller wahrgenommen, sondern als jemand der Ansprüche hat und deshalb können Versicherungsmodelle hier einen wirklichen Wechsel herbeiführen."

Was mag sie damit meinen?
Dass man eine Versicherung abschliessen kann, die Schutz gibt im Falle von Verfolgung?
Nur noch Asyl, wenn man eine entsprechende Versicherung hat?
Also nur noch Nothilfe, wenn man sich eine Versicherung leisten kann?
Oder dass sich Staaten gegen Flüchtlinge versichern lassen können?

Vielleicht werden wir in den nächsten Tagen Näheres erfahren.
Vielleicht auch nicht.

Ihre Rede ist inzwischen mit kleinen redaktionellen Änderungen auf der Webseite der Bundesregierung wiedergegeben. Erläuterungen gibt es dort nicht.

Interessant ihr Pressestatement im Rahmen des Humanitären Weltgipfels am 23. Mai 2016.

Interessant auch ihre Rede beim Leaders’ Roundtable im Rahmen des World Humanitarian Summit am 23. Mai 2016:

"Keine nachhaltige Entwicklung ohne Frieden,
aber auch kein Friede ohne nachhaltige Entwicklung.
Was heißt das? Das heißt, dass wir die Dinge gut aufeinander abstimmen müssen: Zugang zu humanitärer Hilfe, Mediation und politische Konfliktlösung."

Vielleicht gibt es doch noch einen Hoffnungsschimmer.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Quo vadis Türkei ?

Vor einem Monat schrieb ich:

Sollen etwa die in der Türkei geltenden Menschenrechte nach Europa importiert werden?
Gelder, die an die Türkei gezahlt werden, sind verlorene Gelder.

Seit langer Zeit wundere ich mich über die Diskrepanz im Auftreten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem türkischen Premierminister Ahmet Davutoglu.
Davutoglu and Erdogan 
Foto: Rasit Aydogan/EPA
Ahmet Davutoglu immer mit einem Lächeln - auf dem Foto anlässlich seines Amtsantritts 2014 nur angedeutet - erscheinend, konträr zu Recep Tayyip Erdogan - genannt RTP. Irgendwie kann da etwas nicht stimmen, dachte ich mir.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Ahmet Davutoglu gute Miene zum bösen Spiel macht - so erschien er mir nämlich, denn schliesslich gehörte er ja dazu, zum türkischen Regierungsclan.

Auch war verwunderlich für mich, dass der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu den Forderungen der EU zur Erlangung der Visa-Freiheit und zur Vorbereitung des Beitritts der Türkei zugestimmt hat.

Nun ist die Sache klar. Die Katze ist aus dem Sack. Für mich stellt es sich so dar, dass der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu versucht hat, die Sache zu retten, und damit die Türkei vor der totalen Diktatur zu bewahren, davon ausgehend, dass er mit Rückenstärkung seiner Partei, der AKP, die EU-Verhandlungsergebnisse als Hebel verwenden kann, die Demokratie in der Türkei zurückzugewinnen, indem genau die von der EU-Kommission verlangten Punkte durchgesetzt werden, z. B. die Korruptionsbekämpfung nach den Vorstellungen der EU.

Nun ist er nicht mehr in Amt und Würden. Seine Partei hat ihm die Folgschaft versagt, und RTE hat ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt.

Damit ist auch die Visafreiheit geplatzt, und damit platzt wohl auch der von Bundeskanzlerin Angela Merkel angestossene, favorisierte und durchgesetzte EU-Türkei-Deal. Mit unabsehbaren Folgen. Bei Verzögerungen in der Zusage der Visafreiheit werde die türkische Regierung die Rücknahme von Flüchtlingen aus Griechenland wieder stoppen, heisst es schon seit Wochen.

Wie bereits erwähnt:
Es wäre besser gewesen, mit diesen Geldern Griechenland zu unterstützen, damit Griechenland das Problem lösen kann, und um gleichzeitig Griechenland zu helfen, aus der eigenen Krise herauszukommen.

Interessanterweise wurde beim Amtsantritt des türkischen Premierministers Ahmet Davutoglu bereits vermutet, dass er nur ein Strohmann sein sollte, und alle Macht bei RTE bleiben würde. RTE sagte damals, dass die AKP niemals eine Ein-Personen-Partei sein würde. Nun ist es soweit. Wie damals in Deutschland: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"

-.-

Heute fand der "Marsch der Lebenden" in Auschwitz statt.

Beim "Marsch der Lebenden" in Auschwitz wurde heute an die 6 Millionen Opfer des Holocaust gedacht. Etwa 10.000 Menschen aus aller Welt nahmen am Gedenktag teil.

Die Veranstalter wollten mit dem alljährlichen Marsch nicht nur zurück schauen, sondern auch nach vorn. Gerade heute, wo Flüchtlinge in Europa Zuflucht suchen und vielerorts abgewiesen werden.

Shmuel Rosenman, Vorsitzender der Organisation "Marsch der Lebenden",
brachte es auf den Punkt:

Ich sehe keine Toleranz, keine Liebe. Statt dessen sehe ich, wie eine halbe Million Syrer geschlachtet werden und die Welt dazu schweigt.

Ich fürchte, wir haben nicht viel gelernt.

Wird Deutschland in kollektiver Erinnerung bleiben im Buch der Geschichte mit der Ermordung von Millionen von Menschen in Auschwitz und anderswo, und Europa mit unterlassener Hilfeleistung und Asylgewährung für Menschen, die versuchten,
den mörderischen Kriegen in ihren Heimatländern zu entkommen?

Es waren die europäischen Länder Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Italien, Portugal, Belgien und Spanien, die Afrika vor hundert Jahren unter sich aufgeteilt und damit die Grundlage für die heutigen Probleme gelegt haben.

Samstag, 2. April 2016

Das Pferd von hinten aufgezäumt ...

Nun ist die Katze aus dem Sack:

Statt erst einmal für sichere Aufenthaltsländer zu sorgen, werden Flüchtlinge
mit Polizeigewalt in ein vor einem Bürgerkrieg stehendes NATO-Land gebracht.

Das Pferd wird also von hinten aufgezäumt.

Am Montag werden wir sehen, wieweit sich die Flüchtlinge widerstandslos
zur Schlachtbank führen lassen.

Auch Deutschland ist kein sicheres Aufenthaltsland,
wenn man auf die vielen Brandanschläge schaut.

Donnerstag, 17. März 2016

Das Unheil nimmt seinen Lauf ...

Wie der Marsch der Lemminge, so sieht es aus, was derzeit in Europa geschieht.

Es sind Zweifel angesagt, worüber sich die Politiker Gedanken machen.
Der gesunde Menschenverstand scheint ausgespielt zu haben.

Wie zu erwarten, zeigt der Nato-Einsatz gegen Schlepper keine Wirkung.

Nun soll die Türkei, der Türsteher Europas, veranlasst werden, alle Flüchtlinge,
die auf griechischem Boden gelandet sind oder landen, wieder zurückzunehmen,
damit, wie es heisst, dem Schlepper-Unwesen das Handwerk gelegt werden soll.


Foto: dpa

Als Gegenzug soll die EU - abgesehen von den 6 Milliarden Euro Zuschuss und der Abschaffung der Visumspflicht für türkische Bürger bei der Einreise in die EU - Flüchtlinge aus Syrien, die derzeit in der Türkei leben, aufnehmen.
Die Frage der Moral der Friedensnobelpreisträgerin EU spielt eine untergeordnete Rolle.

Bisher habe ich in den Medien noch keinen Bericht gesehen, in dem vorgerechnet wird, was das heisst. 2 Millionen Syrer leben derzeit in der Türkei.

Wer wird diese 2 Millionen Syrer aufnehmen?

Kein europäischer Staat hat sich bislang dazu bereit erklärt.
Also wird es Deutschland sein.

Die deutsche Botschaft in Ankara und das Generalkonsulat in Istanbul sind erst einmal geschlossen worden.


Was die Regierung nicht schafft, nehmen Freiwillige in die Hand.

Jugendliche aus Berlin wollen ein Zeichen setzen:
Die Organisation "Jugend rettet e.V" möchte helfen.
Ehrenamtlich arbeiten die Studenten an ihrem Plan, der ab Juni starten soll.

"Wenn Menschen in Not sind, dann hilft man ihnen.
Das war die Grundidee von Anfang an", sagen die Initiatoren von "Jugend rettet e.V"



Jugend Rettet




Es gibt weitere gute Nachrichten:

Einem Bericht der NASA zur Folge findet im Nahen Osten eine historische Dürre statt.
Der Wassermangel wurde vermutlich durch den Klimawandel ausgelöst.
NASA-Wissenschaftler sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Dürre und dem Ausbruch des Syrien-Krieges. Die Region ging durch eine historische Dürreperiode, die zu Wanderungsbewegungen in der Region führte und soziale Konflikte verschärfte.

Diese Feststellung könnte zur Beendigung des nun fünf Jahre andauernden syrischen Bürgerkrieges beitragen, denn die Lage in Syrien kann nur durch eine Rückkehr zum Frieden verbessert werden.

Montag, 14. März 2016

Die Iden des März

Bei den Iden des März handelt es sich um eine in vielen Sprachen gebräuchliche Metapher für bevorstehendes Unheil.

Ich bin kein Hellseher, aber es hat sich genug angesammelt, um Unheil zu erkennen.

Da ist zum Einen das Ergebnis der Wahl vom Sonntag, dem Dreizehnten.
Sie ist das Ergebnis der Aktionen der beteiligten Politiker.
Für die regierenden Parteien das Ergebnis der Versäumnisse.
Hier ein kleiner Auszug:

Deutsche Steuerzahler haben seit 2008 insgesamt 236 Milliarden Euro
  für die Bankenrettung bezahlt
- gleichzeitig wächst in Deutschland
  die Kluft zwischen Arm und Reich
.
In Deutschland sind über Jahre zu wenig Wohnungen gebaut worden.
2011 strandeten immer mehr Flüchtlinge in Lampedusa.
  Italien bat Europa vergeblich um Hilfe.
Griechenland hat Europa um Hilfe gebeten. Abgelehnt.


Wir Menschen im Land spüren die Lage seit langem.
Die Politiker spüren sie erst seit dem Ausgang der Wahlen.


Wird es Frieden in Syrien geben?

Vor einem Monat sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen:
"Russland ist am Zug"

Heute hiess es in den Nachrichten, dass es einen Teilabzug russischer Truppen aus Syrien geben werde. Putin wolle "Vertrauen schaffen für eine friedliche Lösung."
Wie werden die anderen reagieren?
Werden sie auch für eine friedliche Lösung sorgen?


Der Flüchtlingsstrom ist vor Tagen an der mazedonischen Grenze zum Stillstand gekommen. Aber sie lassen sich nicht von Zäunen aufhalten.
Sie überqueren reissende Ströme, ohne dass die Fluten geteilt werden.
Flüchtlinge passieren einen Fluss.

Sie sind Lebensgefahr gewohnt.

EU will Türkei zu "sicherem Drittland" machen.
Wäre da nicht eigentlich die UNO zuständig?

Die Türkei steht am Rande eines Bürgerkrieges.
Die türkische Regierung hat den Frieden mit der kurdischen Bevölkerung aufgekündigt.
Pressefreiheit gibt es nicht.
Was soll da sicher sein?


Und dann ist da noch Nordkorea ...

Freitag, 4. März 2016

Plan B: Rückkehr zur Vernunft

Die derzeitige Flüchtlingskrise ist die bisher grösste Krise der Europäischen Union.

Die Flüchtlingskrise ist hausgemacht.
Sie ist das Ergebnis aller Versäumnisse der EU, vor allem der Versäumnisse
der letzten Jahre.

Ein grosser Fehler war die Abschottung der EU gegenüber Griechenland.
Das rächt sich nun.

Bereits vor acht Monaten hatte ich unter dem Titel " Ende des geeinten Europa, Beginn des Niedergangs Europas" diese Zeilen geschrieben:

Flüchtlinge aus den südlichen Problemzonen stehen vor Europas Haustür.
Will man Griechenland ausschliessen, damit der in Griechenland strandende Flüchtlingsstrom vom übrigen Europa ferngehalten wird?
Oder ist der Zerfall und Niedergang Europas vielleicht der einzige Weg, die Flüchtlinge abzuwehren? Viel besser wäre es allerdings, wenn Europa sich um die Lösung dieser Konflikte kümmert, die diesen Flüchtlingsstrom zur Folge haben.


Statt jedoch nun endlich die richtigen Schritte zu unternehmen, schotten sich alle gegenseitig ab. Nur ja niemanden ins Land lassen. Wie anders sah es doch aus bei der Gründung Europas!


Es ist endlich an der Zeit, Rückkehr zur Vernunft als Plan B walten zu lassen.

Fakt ist, dass es nun auf Grund nicht zustande gekommener europäischer Einigung
einen neuen "Status quo" gibt:


• Alle europäischen Länder haben de facto ihre Grenzen geschlossen.
• Fast alle europäischen Länder haben nun Grenzsicherungs-Zäune errichtet.
• So wie in den vergangenen Jahren Italien,
  wird nun Griechenland mit den Problemen alleine gelassen.
• Statt Griechenland Hilfe zukommen zu lassen, gibt es nur Forderungen und Kritik.


Um das europäische Boot wieder flott zu machen, müssen zwei wichtige Aktionen erfolgen:


(1) Hilfsgelder für die Flüchtlingslager des UNHCR müssen sofort in ausreichender Höhe bereitgestellt werden.
(2) Griechenland muss umgehend finanziell unterstützt werden, um die anstehenden Probleme bewältigen zu können.

Die griechische Grenze kann nicht befestigt werden. Das ist illusorisch und unmöglich.
Jeder, der glaubt, das sei machbar, der sollte einen Atlas in die Hand nehmen und sich die griechischen Grenzen anschauen. Auch die deutschen Schiffe, die auf Schlepper-Fang gehen sollen, können da nichts ausrichten. Sie haben noch nicht einmal die Erlaubnis, in den Gewässern des NATO-Partners Türkei zu operieren.

Plan A war, die Türkei finanziell zu unterstützen, damit sie den Flüchtlingsstrom nach Europa unterbindet, und damit sie Flüchtlinge, die es geschafft haben, nach Europa zu gelangen, wieder zurückzunehmen.

Dieser Plan hat grosse Fehler. Zum Einen kann es der Türkei nicht gelingen, ihre Seegrenzen zu schliessen, und zum Anderen gerät die EU durch diese Verbindung in Zugzwang, die Türkei in naher Zukunft als Mitgliedsstaat aufzunehmen. Die Türkei hat durch die Aufkündigung des Friedens mit der kurdischen Bevölkerung einen Krieg gegen ihre eigenen Bürger begonnen. Sollen etwa die in der Türkei geltenden Menschenrechte nach Europa importiert werden?

Gelder, die an die Türkei gezahlt werden, sind verlorene Gelder.

Es wäre besser, mit diesen Geldern Griechenland zu unterstützen, damit Griechenland das Problem lösen kann, und um gleichzeitig Griechenland zu helfen, aus der eigenen Krise herauszukommen.

Ausserdem: bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen sollte es immer mehrere Anbieter geben.

Seit Jahren klagt der UNHCR über fehlende Mittel für die Flüchtlingslager im Libanon und anderswo. Das Fehlen der Mittel führte dazu, dass die Essensrationen in den Flüchtlingslagern auf die Hälfte gekürzt werden mussten. Viele in den Flüchtlingslagern lebende Menschen hatten sich daraufhin auf den Weg nach Europa gemacht, um nicht zu verhungern.
Niemand braucht sich zu wundern, warum es diesen Flüchtlingsstrom gibt.
Jahrhundertelang haben wir Europäer mit den billigen Rohstoffen aus Afrika gut gelebt.
Das wissen die wenigsten der Flüchtlinge.
Nun ist Europa ihre einzige Hoffnung.


-.-

Meine Empfehlung:
Georg Schramm: Die Farce des "Tornado-Einsatzes" in Syrien!

Donnerstag, 25. Februar 2016

Eigene Städte statt Grenzzäune !

Viktor Orbán, Ungarns Ministerpräsident, will sein Volk über den Plan der Europäischen Union zur Verteilung von Flüchtlingen abstimmen lassen: Bis jetzt habe "niemand die Menschen in Europa gefragt, ob sie die verpflichtende Quote zur Zwangsansiedelung von Migranten haben wollen oder ob sie das ablehnen", sagte Orbán vor einigen Tagen in Budapest.

Da liegt er allerdings falsch.
Die Bertelsmann-Stiftung hat bereits eine Umfrage durchgeführt und veröffentlicht:

Grenzsicherung und Reisefreiheit:
Was die Bürger von einer europäischen Asyl- und Migrationspolitik erwarten


Dort heisst es:

Die Mehrheit der Europäer will eine europäische Asyl- und Migrationspolitik,
die von der EU und ihren Mitgliedstaaten gemeinsam verantwortet wird.
Der Schutz der Reisefreiheit und der Außengrenzen ist ihnen besonders wichtig.
Um die Ankommenden sollen sich die Mitgliedstaaten gemeinsam kümmern.
Staaten, die es ablehnen ihren Teil der Verantwortung zu tragen, sollen nach der Überzeugung einer Mehrheit der Europäer finanzielle Nachteile hinnehmen.

• 79 Prozent aller Europäer sprechen sich für eine gemeinsame europäische Asyl-
und Migrationspolitik aus. 52 Prozent meinen, die EU sollte hierfür federführend
die Verantwortung tragen. 27 Prozent sagen, dass sich die EU und die Mitgliedstaaten
die Verantwortung hierfür teilen sollten.

• Ebenfalls 79 Prozent der Europäer halten die Reisefreiheit für ein hohes Gut,
das unbedingt geschützt werden muss.

• 87 Prozent sind der Überzeugung, dass die EU eine gemeinsame Sicherung
der Außengrenzen braucht.

• 79 Prozent der Europäer sind der Meinung, dass Asylsuchende auf faire Weise
auf alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union verteilt werden sollten.

• 69 Prozent der Befragten wiederum finden, dass Mitgliedstaaten, die sich weigern,
ihren fairen Anteil an Flüchtlingen aufzunehmen, weniger Zuwendungen aus EU-Mitteln erhalten sollten.

Allerdings sind die Meinungen nicht in allen Punkten überall gleichmässig geteilt:

• Nur 54 Prozent der Bürger in den neuen EU-Staaten finden, dass Asylbewerber fair verteilt werden sollten versus 85 Prozent in den alten EU-Staaten.

• Nur 41 Prozent der Befragten in den neuen EU-Staaten finden, dass Staaten,
die einen fairen Anteil an Asylbewerbern nicht aufnehmen wollen, finanzielle Nachteile
in Kauf nehmen sollten versus 77 Prozent in den alten EU-Staaten.

Seit vielen Jahren hat sich die Flüchtlingskrise im südlichen Mittelmeer entwickelt.
Erst seit Herbst letzten Jahres beherrscht die Flüchtlingskrise die europapolitische Debatte, obwohl Staaten wie Spanien und Italien sich seit Jahren mit den vielen Menschen auseinandersetzen müssen, die die gefährliche Überfahrt wagen und oft genug dabei tragisch umkommen.

Vor allem die italienische Regierung hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder bemüht, im europäischen Rat durchzusetzen, dass die Staats- und Regierungschefs
der einzelnen Länder die Situation als gesamteuropäisches Problem behandeln.
Erst der Exodus hunderttausender Syrer über die Türkei, das Mittelmeer, Griechenland und die verschiedenen Balkanstaaten mit Ziel Zentraleuropa hat die Situation grundlegend verändert.

Statt die Herausforderung anzunehmen und neue Wege zu finden, setzen die meisten Politiker offensichtlich auf Abschottung.

Wo sind sie geblieben, die europäischen Werte, die Werte des Abendlandes,
auf die wir alle so stolz waren?

Der europäische Geist scheint zu schwinden – und die europäischen Grundwerte stehen auf dem Prüfstand. Hat die europäische Idee endgültig ihre Grenzen erreicht? Und hat der Kontinent überhaupt noch ein gemeinsames Fundament für die Bewältigung der Probleme? So lautete eine Frage auf dem Mediengipfel "Verliert Europa an Wert und Werten?" im Dezember letzten Jahres.

Ich frage mich oft, was die Politiker so denken. Und ich schäme mich, wenn ich sehe,
wie die Menschenrechte verletzt werden. Neue Ideen braucht das Land!

Wir können die Probleme unserer Zukunft nicht mit den Methoden der Vergangenheit lösen!

Hier die wichtigsten Probleme, die zu lösen sind:

• Unterbringung
• Arbeitsbeschaffung
• Verpflegung

Die Flüchtlingslager in Jordanien und anderen Laendern sehen verheerend aus.
Hauptsächlich weil die finanziellen Mittel fehlen.
Seit Jahren bemüht sich die UN um Finanzierung.

Gerade Deutschland, das Land der Denker und Erfinder, sollte da neue Wege finden,
um diese Probleme zu lösen. Seit langem wundere ich mich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, statt die Flüchtlinge, die es bis nach Deutschland geschafft haben,
zur Untätigkeit zu verdammen (und damit ungewollten Einflüssen auszusetzen),
mit Arbeit zu versorgen, die allen nützt:

Aufbau neuer Städte, in denen sie wohnen können.

Vielfach wurde die Abwanderung beklagt.
Nun besteht eine Chance, Zuwanderer zu gewinnen!

Heute endlich habe ich entdeckt, dass ich nicht alleine bin mit einer solchen Idee:

Eigene Städte statt Grenzzäune?

Welcome

Eine Politikwissenschaftlerin wagt einen neuen Gedanken: Was, wenn wir die Flüchtlinge nicht aufhalten, sondern einladen? Und sie nicht integrieren, sondern ihnen eigene Städte zur Verfügung stellen?
VIDEO, 02:05


Ulrike Guérot blickt auf die Geschichte Europas: Meistens ist man grenzenlos in Europa gereist, der Schengen-Raum ist keine europäische Erfindung. Individuell will man möglichst grenzenlos leben, aber von den Staaten fordert man Grenzen: Das ist überholt. Sie zitiert den Philosophen Immanuel Kant, der allen Erdenbürgern ein Weltgastrecht zugestand. Was machen wir mit den Erdenbürgern, die zum Beispiel ihr Land aufgrund des Klimawandels verlieren, fragte Guérot in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:

Die Integration der Flüchtlinge sorgt für große Probleme und Unruhe.
Betrachten wir die Flüchtlinge als Weltgäste - und lassen sie ihre eigenen Städte im Gastland bauen! Das ist angesichts der Konkurrenz um billigen Wohnraum und Jobs ein interessanter Lösungsansatz.

Offensichtlich stresse es aber unsere Gesellschaften, die Flüchtlinge zu integrieren. Segregation sei hier eine Form von Toleranz unter dem Dach des gleichen Rechts, sagte sie. Und sie nennt das Beispiel der Auswanderung von Europäern in die USA: Dort hätten die Migranten ihre alten Städte nachgebaut. Man müsse das als Konzept erweitern, weil man heute besser und schneller reisen können.

Ihr Vorschlag führe, so ihre Erlebnisse, zu einem Aha-Effekt: Lassen wir die Flüchtlinge ihre Städte nachbauen. Aus der Erfahrung, dass man nicht innerhalb von drei Jahren jeden zum fließend Deutschsprachigen machen könne und es eben auch Konkurrenz um billigen Wohnraum und Jobs gäbe, sei dies ein interessanter Lösungsansatz.


Erfolgreiche Ansätze dazu gibt es schon, vor allem in Grossbritannien.

Dienstag, 16. Februar 2016

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Am Donnerstag kommen die europäischen Staats- und Regierungschefs zu einem Gipfeltreffen in Brüssel zusammen. Dabei steht auch die Flüchtlingskrise ganz oben auf der Agenda. Es geht darum, den Schutz der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei zu verbessern und die illegale Migration weitgehend einzudämmen.

Zum Thema Grenzsicherung sagte Merkel: "Es entscheidet sich nicht an der Grenze Deutschlands zu Österreich. Es entscheidet sich an den EU-Außengrenzen, auf offener See. Dort müssen wir ansetzen und Schleppern das Handwerk legen."

Auf offener See wird das wohl kaum gelingen.

Wer sind diese Menschen, die mit der Flucht von Menschen Geld verdienen? Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Sicherlich gibt es sie, die Verbrecher, die Flüchtlinge um jeden Preis auf marode Boote drängen, egal, ob sie das rettende andere Ufer damit erreichen können oder nicht. Skrupellose Geschäftsleute, die sehr viel Geld mit der Not der Anderen verdienen. Heuchlerisch ist jedoch der Aufschrei der EU, man müsse gegen diese abgebrühten Menschenhändler vorgehen und so viele Schlepper auf den Booten verhaften wie möglich.

Gäbe es legale Wege, wäre es vorbei mit dem Geldverdienen!

Es ist interessant - nein, traurig, zu beobachten, dass sich an dieser Stelle nichts tut.

Die Webseite der deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei schreibt:
Aufgrund der Schließung der Deutschen Botschaft Damaskus können syrische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Syrien oder der Türkei vorübergehend auch an allen drei deutschen Visastellen in der Türkei Visa beantragen.

Weiterhin heisst es dort:
Die Auslandsvertretungen in der Türkei bedauern, dass derzeit bei der Terminvereinbarung mit mehrmonatigen Wartezeiten bis Sommer 2016 zu rechnen ist.

Da liegt wohl der Hase im Pfeffer!

Wie wäre es, wenn es gerade dort, wo syrische Flüchtlinge eine Gelegenheit zur Überfahrt nach Lesbos oder Leros warten, die Möglichkeit gäbe, Asyl zu beantragen?
Damit könnte den Schleppern tatsächlich das Handwerk gelegt werden, und den Flüchtlingen, die kein Asyl bekommen, wird nicht noch das letzte Geld aus der Tasche gezogen.

Damit könnte der Flüchtlingsstrom über die Ägäis abgestellt werden.

Stattdessen werden demnächst deutsche Grenzpolizisten an den türkischen Stränden gemeinsam Streife gehen, so wurde Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bei seinen Gesprächen mit Vertretern der Türkei zugesagt. Auch hat die Regierung in Ankara bereits eine Visumspflicht für Syrer aus Drittstaaten eingeführt.

Eigentlich wäre das sogar die Aufgabe für ein Europäisches Außenministerium.
Einen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) gibt es bereits, basierend auf dem Vertrag von Lissabon.
Zu seinen Aufgaben gehören:

• Friedensbildung durch politische, wirtschaftliche und praktische Unterstützung
• Gewährleistung der Sicherheit im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und
    Verteidigungspolitik
• Pflege gutnachbarschaftlicher Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarländern
    der EU im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik
• Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe sowie Krisenbewältigung
• Klimaschutz und Schutz der Menschenrechte.

Es gibt sogar einen Bericht über die aktuelle Politik der Europäischen Union im Bereich Migration - vor acht Jahren vorgetragen.


Deutschland ist das neue Gelobte Land für die Verzweifelten und Unterdrückten, die Überlebenden von Krieg und Plünderungen.

So sehen die Flüchtlinge es heute.
Welche Meinung werden sie von Deutschland haben, wenn sie vor verschlossenen Türen stehen?

Aber auch das gibt es:
Bund und NRW ermöglichen syrischen Akademikern im Zuge des Stipendienprogramms „Führungskräfte für Syrien“ ein Studium in Deutschland. Sie sollen mit ihrem Wissen nach dem Krieg ihr Land wieder aufbauen.

Freitag, 12. Februar 2016

Für wie dumm hält sie uns eigentlich?

Die Nato hat nun eine Marine-Mission im Mittelmeer beschlossen - wie es heisst,
soll sie gegen die Schleuser gerichtet sein, die Flüchtlingen, hauptsächlich aus Syrien,
vom türkischen Ufer aus den Weg nach Griechenland zeigen.

In einem Tagesschau-Interview sagte die Bundesverteidigungsministerin heute:
"Es ist im Sinne der Flüchtlinge, dass wir dort wieder Recht herstellen und dass wir die Schleusernetzwerke zerschlagen. Wir tun das, damit die Menschen dort nicht ihr ganzes Hab und Gut und ihr Leben diesen Schleusern anvertrauen müssen, sondern auf legalem Wege in die Sicherheit kommen, die sie brauchen, wenn sie Flüchtlinge sind."

Wie denn der legale Weg aussieht oder aussehen würde,
das wurde sie in diesem Interview nicht gefragt.


Sie selbst hat sich die Frage gestellt, "ob wir legale und humane Wege
für die wirklich Schutzbedürftigen finden."

Eine Antwort auf diese Frage werden wir wohl kaum bekommen.

In der gestrigen Talkshow von Maybrit Illner hat der Nahost-Experte Andreas Zumach durchschaut, wie die Regierung das Flüchtlingsproblem wirklich zu lösen gedenkt: Eine Flotte unter Kommando der Bundeswehr wird in die Ägäis entsandt, um Flüchtlingsboote aufzubringen und die Flüchtlinge in die Türkei zurück zu verfrachten.

Hier die Sendung:

"maybrit illner" vom 11. Februar

maybrit illner, 11.02.2016 22:15

"Schlachtfeld Syrien – wer stoppt Krieg und Flucht?" - sehen Sie hier den ZDF-Polittalk "maybrit illner" vom 11. Februar 2016.
VIDEO, 1:03:13
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Und heute hakte in einem ZDF-Interview der Nachrichtensprecher nach viereinhalb Minuten sogar mehrfach nach:

"Die Schlepper sind nicht mit an Bord in diesen kleinen Booten. Die Schlepper, die Drahtzieher, die sind auch nicht am Strand. Die sind in Sicherheit, die kontrollieren das ganze von weiter Entfernung. Was können denn NATO-Kriegsschiffe gegen diese Menschen ausrichten?"

Dieses Interview ist sehenswert. Sehr aufschlussreich.

Von der Leyen: "Russland ist am Zug"

ZDF heute journal, 12.02.2016 21:00

Ursula von der Leyen


Laut von der Leyen gilt es die Verabredungen, die in München die getroffen wurden, nun mit Leben zu füllen. Nur dadurch könne Russland wieder Vertrauen aufbauen. Russland sei jetzt am Zug.

VIDEO, 06:50

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Quicktime




Letzte Meldung:

Die Bundeswehr soll sich nach Vorstellungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen künftig in Deutschland in der Flüchtlingskrise engagieren. Die Hilfe für Länder und Kommunen beim Aufbau und Betrieb von Flüchtlingsunterkünften soll im Sommer auslaufen. Stattdessen will die CDU-Politikerin die Streitkräfte in einem zivilen Ausbildungsprogramm für Asylsuchende insbesondere aus Syrien einsetzen.

Die Bundeswehr soll auch im Inland eingesetzt werden.

Einen Lichtblick gab es heute:
Innerhalb einer Woche soll in Syrien eine Feuerpause erreicht werden. Darauf einigte sich die Syrien-Kontaktgruppe in München. Zudem vereinbarten die Außenminister sofortige humanitäre Hilfsleistungen

Es wäre gut, wenn alle Beteiligten die Kampfhandlungen einstellen und den Wiederaufbau beginnen würden. Frieden ist machbar.

-.-

Kommt die naechste Fluechtlingswelle aus dem Irak?

Fluchtursachen bekämpfen? Wie die Flüchtlinge im Irak im Stich gelassen werden

05.11.2015 | 06:30 Min. | Verfügbar bis 05.11.2016 | Quelle: WDR

Während die Politik nach Syrien blickt, sitzen im Nachbarland Irak Millionen Flüchtlinge auf gepackten Koffern. Besonders dramatisch ist die Lage in den UN-Lagern. Dort werden Essensrationen gekürzt, Kinder können seit Jahren keine Schule mehr besuchen. Viele denken mittlerweile über eine Flucht nach Europa nach. Dabei könnte vergleichsweise wenig Geld für die UN-Hilfen viele zum Bleiben bewegen. Die Bundesregierung aber tut – entgegen aller Ankündigungen – wenig. Gerade mal 100 Millionen Euro zusätzlich wurden für den gesamten Nahen Osten in Aussicht gestellt. Geld, das auch noch bei anderen Hilfsprogrammen eingespart wird.

Sonntag, 7. Februar 2016

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!

Die Türkei ist für die syrischen Flüchtlinge die Tür zu Europa.

Deutschlands Freiheit wird in der Türkei verteidigt.
Die Türkei hat die Wünsche Deutschlands und Europas erfüllt.
Die Türkei hat 2½ Millionen Menschen aus Syrien aufgenommen.
Die türkische Regierung rechnet mit weiteren 70.000 Syrern,
die wegen heftiger Kämpfe bei Aleppo in die Türkei flüchten wollen.
Nun hat die Türkei die Grenzen zu Syrien dicht gemacht.
Die Türkei hat eine Mauer gebaut:


Flüchtlinge aus Aleppo / Bild: (c) AFP

Europa hat der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt.

Bislang sind keine Zahlungen geleistet worden.

Was wäre, wenn nun die Türkei der EU drei Milliarden Euro geben würde,
damit die EU die Flüchtlinge, die sich in der Türkei aufhalten, aufnimmt?


Meine Prognose:
6 Millionen Menschen wollen nach Deutschland.

Wir finanzieren hier die Flüchtlinge, die u.a. mit deutschen Waffen
zu Flüchtlingen gemacht wurden und werden
.

Es gab bereits einmal eine Flüchtlingskrise, die durch deutsche Waffen verursacht wurde.

-.-

Meine Empfehlung:

Flucht nach Europa: Die Rolle der Türkei

ZDFinfo Doku, 05.02.2016 15:45

Die aktuelle Flüchtlingswelle wird Europa nachhaltig verändern. Inzwischen gehen nicht mehr nur Experten davon aus, dass der Kontinent nie mehr so sein wird wie vor Beginn des Zustroms.
VIDEO, 29:44

Samstag, 6. Februar 2016

Sind denn nun alle verrückt geworden?

Erinnert sich niemand mehr an die Bilder von Dresden, Coventry, Nürnberg oder Hiroshima?

Der Unterschied: Jetzt sind die Bilder in Farbe.
Die Übereinstimmung: Eine Person jeweils ist Sinnbild der Ursache.
Bomben, bis kein Stein mehr auf dem anderen liegt!


Foto: Reuters

Sind denn nun alle verrückt geworden?

Niemand konnte sich nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vorstellen, dass jemand es wagen würde, erneut einen Krieg anzufangen.

Dennoch gab es viele Kriege seitdem, nur West-Europa wurde verschont.

Seit fünf Jahren herrscht nun der Bürgerkrieg in Syrien, der mit einem friedlichen Protest begann.

Dieser Protest wurde von der Regierung Syriens brutal niedergeschlagen.
Interessengruppen aus dem Ausland sorgten für den Zustrom von Geld und Waffen,
ein Krieg entstand und eskalierte.

Städte wurden zerstört, tausende verzweifelte Bewohner machten sich auf die Reise ins gelobte Land - nach Europa.

Damit hatte dieser Krieg auch uns eingeholt.
So hatte sich wohl niemand die Globalisierung vorgestellt.

Nun bemühen sich die Europäer, allen voran Deutschland, diesen Bürgerkrieg zu beenden, indem sie die Konfliktparteien zusammen bringen.

Dieser Krieg wird als Stellvertreter-Krieg betrachtet.
Russland hat zwei Marinebasen in Syrien, zwei von fünfundzwanzig Militärstützpunkten weltweit. Derzeit unterhält Amerika etwa 800 Militärstützpunkte im Ausland

Nun haben sich Vertreter der USA und Vertreter Russlands an einen Tisch gesetzt,
um diesen Bürgerkrieg zu beenden.

Verschiedener können die Regierungen dieser Staaten nicht sein.

Beide Regierungen haben sich in der Vergangenheit in anderen Staaten eingemischt.
Russland hauptsächlich, um gewählte Regierungen zu erhalten - in der Regel Regierungen, die vom Volk nicht gewollt waren - und die USA, um gewählte Regierungen zu stürzen - in der Regel Regierungen, die vom Volk gewählt und gewollt waren.
Beispiel Iran.

In diesem Punkt stehen sich die Kontrahenten, die gemeinsam eine Lösung finden sollen, wohl eher unversöhnlich gegenüber:

Die einen machen zur Voraussetzung, dass der gewählte Präsident Assad geht,
bevor Verhandlungen beginnen, und die anderen machen zur Voraussetzung,
dass der gewählte Präsident Assad bleibt, bis die Verhandlungen zum Ziel geführt haben.

Derzeit wird viel über den Sieg der Vernunft gesprochen.

Die Vernunft hätte gesiegt, wenn es in Syrien Frieden gäbe, und die Menschen in Syrien diesen Frieden in Freiheit erleben könnten.

-.-

Meine Empfehlung:

Flucht nach Europa:Mauern gegen Menschen

ZDFinfo Doku, 05.02.2016 16:15
Flüchtlinge in Passau

Die aktuelle Flüchtlingswelle wird Europa nachhaltig verändern. Inzwischen gehen nicht mehr nur Experten davon aus, dass der Kontinent nie mehr so sein wird wie vor Beginn des Zustroms.
VIDEO, 28:25
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Quicktime

Montag, 25. Januar 2016

Ist Europa noch zu retten?

Von gemeldeten 17.700 beschäftigen sich gemäss meiner Google-Suche zweihundert Artikel mit diesem Thema, von NEOPresse bis Deutsche Welle - 46 davon im letzten Monat, 27 in der letzten Woche, 9 in den letzten 24 Stunden, und vier davon in dieser Stunde.

Es ist erfreulich zu erkennen, dass ich nicht der einzige bin, der diese Frage stellt.

Hauptthema ist natürlich die Flüchtlingskrise.

"Das europäische Projekt kann schon bald tot sein, nicht in ein paar Jahrzehnten oder Jahren, sondern sehr bald." So zitierte vor vier Tagen die Deutsche Welle den französischen Premierminister Manuel Valls beim Weltwirtschaftsforum in Davos.


Bild: Wikipedia


Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble überrascht mich sehr.

In Davos, so berichtet die Deutsche Welle, schlägt er Milliardeninvestitionen vor - und zwar in den Regionen, aus denen die Flüchtlinge kommen. Dies könne zu beitragen, "den Druck auf die europäischen Außengrenzen so zu verringern, dass Europa nicht zu einer Festung wird... Das wird sehr viel mehr kosten, als wir uns bisher klar gemacht haben", sagte er. "Wir haben bisher gedacht, die Probleme im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika sind eigentlich nicht unser Problem.
Jetzt aber stellen wir fest:

Es ist unser Problem. Unser europäisches Problem."

Es scheint also angekommen zu sein.

Allerdings ohne vom Spar- und Reformkurs abzurücken, den Wolfgang Schäuble seit Jahren propagiert.

Und genau da sitzt der Punkt:

Das Projekt Europa wurde begonnen, um Vertrauen
zwischen den europäischen Staaten aufzubauen,
um Kriege zu verhindern,
die immer wieder in den vergangenen Jahrhunderten europäische Staaten
in Schutt und Asche und ins Elend gestürzt hatten.
Damit sollte endgültig Schluss sein.

Dann kam die Griechenlandkrise.

Die griechischen Regierungen hatten mehr Geld ausgegeben,
als sie erwirtschaftet hatten.
Europa hatte gerne ausgeholfen, nun wollte Europa das Geld zurückhaben,
das Griechenland aber nicht hatte.

Zwischenfrage: Wo mag das Geld wohl abgeblieben sein?

Das war der Zeitpunkt, zu dem die EU, insbesondere die deutsche Regierung,
die Daumenschrauben ansetzte, anstatt die Solidarität der Europa-Familie zu zeigen.
Das führte fast dazu, dass Griechenland, das Ursprungsland der Demokratie,
die EU hätte verlassen müssen.

Damit wurde begonnen Vertrauen zu zerstören

Damals gab es bereits Flüchtlinge, nicht so viele wie 2015, aber so viele,
dass Italien die anderen EU-Staaten bat, Flüchtlinge aufzunehmen,
denn die landeten hauptsächlich in Lampedusa, der südlichsten Insel Italiens.

Die anderen EU-Staaten weigerten sich, Flüchtlinge aufzunehmen,
die in Italien gestrandet waren, und speziell Deutschland wehrte sich dagegen.
Deutschland hatte formal natürlich recht, denn die unseligen europäischen Verträge
bestimmten es so.

Damals begann man, die Grenzen im Süden dicht zu machen.
Ein mehrere Meter hoher Zaun sollte Spanien vor Eindringlingen schützen.
Der Flüchtlingsstrom verlagerte sich auf die Balkanroute,
die Flüchtlinge hatten nun Deutschland und Skandinavien im Visier.

Es rächte sich jetzt die Weigerung Deutschlands, Flüchtlinge aufzunehmen,
die in Italien gestrandet waren.

Die über den Balkan - lange Strecken zu Fuss - anreisenden Flüchtlinge
wurden nach Deutschland durchgewinkt.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Was nun, Herr de Maizière?

Es ist beschämend, zuzusehen, was jetzt geschieht.
Die Bühne wird bereitet für den Untergang des Abendlandes.
Europäische Werte gibt es wohl kaum noch.
Was ist mit den Menschenrechten?

Jetzt rächen sich die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte:
- Sozialer Wohnungsbau
- Gerechte Einkommenverteilung
Die Regierung hat zugesehen, wie Wohnraum immer teurer wurde und immer mehr Menschen mit Niedriglöhnen zurechtkommen mussten.

Von Zukunftsvision keine Spur.

Vor mehr als vierzig Jahren wurde bereits darauf hingewiesen,
dass die Automatisierung ihre Auswirkungen zeigen wird.
Es wäre wichtig gewesen, die Menschen, die den Wohlstand geschaffen haben,
auch weiterhin daran teilhaben zu lassen.

Vieles ist versäumt wurden.

Eigentlich hätte die Frage lauten sollen:

Ist Deutschland noch zu retten?

-.-

Meine Empfehlung:

Der Herr Vom Anderen Stern