Es ist erfreulich zu erkennen, dass ich nicht der einzige bin, der diese Frage stellt.
Hauptthema ist natürlich die Flüchtlingskrise.
"Das europäische Projekt kann schon bald tot sein, nicht in ein paar Jahrzehnten oder Jahren, sondern sehr bald." So zitierte vor vier Tagen die Deutsche Welle den französischen Premierminister Manuel Valls beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Bild: Wikipedia
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble überrascht mich sehr.
In Davos, so berichtet die Deutsche Welle, schlägt er Milliardeninvestitionen vor - und zwar in den Regionen, aus denen die Flüchtlinge kommen. Dies könne zu beitragen, "den Druck auf die europäischen Außengrenzen so zu verringern, dass Europa nicht zu einer Festung wird... Das wird sehr viel mehr kosten, als wir uns bisher klar gemacht haben", sagte er. "Wir haben bisher gedacht, die Probleme im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika sind eigentlich nicht unser Problem.
Jetzt aber stellen wir fest:
Es ist unser Problem. Unser europäisches Problem."
Es scheint also angekommen zu sein.
Allerdings ohne vom Spar- und Reformkurs abzurücken, den Wolfgang Schäuble seit Jahren propagiert.
Und genau da sitzt der Punkt:
Das Projekt Europa wurde begonnen, um Vertrauen
zwischen den europäischen Staaten aufzubauen,
um Kriege zu verhindern,
die immer wieder in den vergangenen Jahrhunderten europäische Staaten
in Schutt und Asche und ins Elend gestürzt hatten.
Damit sollte endgültig Schluss sein.
Dann kam die Griechenlandkrise.
Die griechischen Regierungen hatten mehr Geld ausgegeben,
als sie erwirtschaftet hatten.
Europa hatte gerne ausgeholfen, nun wollte Europa das Geld zurückhaben,
das Griechenland aber nicht hatte.
Zwischenfrage: Wo mag das Geld wohl abgeblieben sein?
Das war der Zeitpunkt, zu dem die EU, insbesondere die deutsche Regierung,
die Daumenschrauben ansetzte, anstatt die Solidarität der Europa-Familie zu zeigen.
Das führte fast dazu, dass Griechenland, das Ursprungsland der Demokratie,
die EU hätte verlassen müssen.
Damit wurde begonnen Vertrauen zu zerstören
Damals gab es bereits Flüchtlinge, nicht so viele wie 2015, aber so viele,
dass Italien die anderen EU-Staaten bat, Flüchtlinge aufzunehmen,
denn die landeten hauptsächlich in Lampedusa, der südlichsten Insel Italiens.
Die anderen EU-Staaten weigerten sich, Flüchtlinge aufzunehmen,
die in Italien gestrandet waren, und speziell Deutschland wehrte sich dagegen.
Deutschland hatte formal natürlich recht, denn die unseligen europäischen Verträge
bestimmten es so.
Damals begann man, die Grenzen im Süden dicht zu machen.
Ein mehrere Meter hoher Zaun sollte Spanien vor Eindringlingen schützen.
Der Flüchtlingsstrom verlagerte sich auf die Balkanroute,
die Flüchtlinge hatten nun Deutschland und Skandinavien im Visier.
Es rächte sich jetzt die Weigerung Deutschlands, Flüchtlinge aufzunehmen,
die in Italien gestrandet waren.
Die über den Balkan - lange Strecken zu Fuss - anreisenden Flüchtlinge
wurden nach Deutschland durchgewinkt.
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen.
Was nun, Herr de Maizière?
Es ist beschämend, zuzusehen, was jetzt geschieht.
Die Bühne wird bereitet für den Untergang des Abendlandes.
Europäische Werte gibt es wohl kaum noch.
Was ist mit den Menschenrechten?
Jetzt rächen sich die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte:
- Sozialer Wohnungsbau
- Gerechte Einkommenverteilung
Die Regierung hat zugesehen, wie Wohnraum immer teurer wurde und immer mehr Menschen mit Niedriglöhnen zurechtkommen mussten.
Von Zukunftsvision keine Spur.
Vor mehr als vierzig Jahren wurde bereits darauf hingewiesen,
dass die Automatisierung ihre Auswirkungen zeigen wird.
Es wäre wichtig gewesen, die Menschen, die den Wohlstand geschaffen haben,
auch weiterhin daran teilhaben zu lassen.
Vieles ist versäumt wurden.
Eigentlich hätte die Frage lauten sollen:
Ist Deutschland noch zu retten?
-.-
Meine Empfehlung:
Der Herr Vom Anderen Stern