Was haben die Duisburger 'Loveparade' und die Öl-Katastrophe am Golf von Mexiko gemeinsam?
Bei beiden Katastrophen wurden im Vorfeld Warnungen in den Wind geschlagen.
In der ersten Reaktion der Verantwortlichen wurden Fehler abgestritten.
Jeder der Verantwortlichen schiebt die Schuld auf den anderen.
Beide Katastrophen haben unermessliches Leid gebracht.
Bei beiden Katastrophen gab es mehr als zehn Tote.
Googeln nach 'Katastrophen vermeidbar':
beide sind auf der gleichen Seite.
Beiden Katastrophen ging ein Machbarkeits-Wahn voraus:
Weil es bisher keine Katastrophe bei einer derartigen Veranstaltung gab, gingen die Verantwortlichen offenbar davon aus, dass Sicherheit automatisch gewährleistet sei.
Risikokompensation wird das genannt - und die wurde in diesen Fällen zum Verhängnis.
Wie es heisst, soll es eine 'Loveparade' nicht mehr geben.
Tiefsee-Ölbohrungen sind auf Eis gelegt.
Die Zeiten haben sich geändert.
Die Zeit, in der neue Dinge entwickelt wurden, die Zeit der Pioniere ist vorbei.
In den vergangenen fünfzig Jahren haben die Menschen gelernt, Naturgewalten zu trotzen und haben gelernt, Maschinen und Verfahren sicher zu machen.
Viele Unfälle, die es früher gab, gehör(t)en der Vergangenheit an.
Mehr und mehr besteht die grosse Gefahr, dass Menschen leichtsinnig werden und Gefahren missachten. Anders ist es nicht zu erklären, dass es gestattet wurde, ein Gelände, das nur durch einen langen Strassenverkehrstunnel erreicht - und nur durch genau denselben Tunnel verlassen werden kann - für ein solche Veranstaltung zu benutzen.
Weitere derartige Katastrophen können nur vermieden werden, wenn wir lernen,
achtsamer zu werden. Wenn wir lernen, die Dinge vom Ende her zu betrachten.
Es ist inzwischen bekannt und wissenschaftlich belegt, dass Menschen sich riskanter als zuvor verhalten oder riskanteren Aktionen anderer ausgesetzt sind, wenn ein möglicher Unfall als weniger wahrscheinlich oder weniger schwer eingeschätzt wird. Die psychologischen Vorgänge spielen sich dabei oft unbewusst ab.
Daher ist es gerade in der heutigen Zeit wichtig, dass Politiker sich dieser Vorgänge, die auch ihre eigene Person und Wahrnehmung betreffen, bewusst werden und die Verantwortung für die Sicherheit der Bürger übernehmen, indem sie nur Massnahmen ergreifen, die Sicherheit fuer uns Bürger gewährleisten.
Jeder sollte sich dessen bewusst sein, vor allem aber die Politiker.
Ich kann nur hoffen, dass die Bundesregierung mit ihrem Tunnelblick auf eine Verlängerung der Atomkraftwerks-Genehmigungen endlich aufwacht und die Gefahren erkennt, bevor, getrieben von der Profitgier der Energieversorgungsunternehmen, die dort zu erwartende Katastrophe eintritt.
Die Warnungen vor den Explosionen im Golf von Mexiko wurden unterdrückt.
Die Warnungen vor einer tödlichen Panik bei der 'Loveparade' in Duisburg wurden nicht beachtet.
Wir können nur hoffen, dass die Warnungen vor den drohenden Gefahren der Atomkraftwerke endlich wahrgenommen werden und zu der Konsequenz des endgültigen Ausstiegs aus der Atomenergie führen - Ungarn hat den Anfang gemacht mit der Einführung einer Bankensteuer. Deutschland sollte den Anfang machen mit dem Ausstieg aus der Atomenergie.
Wie lange noch wollen Politiker auf das Wissen in der Bevölkerung verzichten?
-.-
Meine heutige Empfehlung:
ZDF-Korrespondentin zur Tragödie - hallo deutschland, 26.07.2010
Michaela Kolster berichtet von der Stimmung in Duisburg, den Ursachen und den Verantwortlichen der Loveparade.
VIDEO, 02:13 Minuten
Verantwortliche der Loveparade - hallo deutschland, 26.07.2010
Die Ursachensuche läuft auf Hochtouren und die Frage nach den Verantwortlichen wird immer lauter. Im Zentrum der Vorwürfe stehen Stadt und Veranstalter.
VIDEO, 03:13 Minuten
Frontal21, 27.07.2010
Duisburg: Suche nach den Schuldigen
Seit Jahren stellen die Loveparades Rekorde auf. In Dortmund kamen 2008 1,6 Millionen Menschen. Duisburg stellte für die Party 2010 nur ein Gelände, ausgelegt für 250.000 Besucher, zur Verfügung.
VIDEO, 12:14 Minuten
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