Freitag, 22. Oktober 2010

"Sie spinnen, Herr Jauch!"

Liebe Freunde von der Süddeutschen Zeitung, bitte seid mir nicht boese, aber Euren Artikel aus Heft 42/2010 muss ich einfach hier weitergeben - als auszugsweise Zitate, damit der Leser dieses Blogs zur Süddeutschen greift - weil ich mein ganzes Leben danach gelebt habe: Arbeiten, weil es mir Freude bereitet. So soll es auch sein.

Und hier, was Meike Winnemuth im "Süddeutsche Zeitung Magazin" geschrieben hat:

»Würden Sie mir noch einen Gefallen tun?«, fragte Günther Jauch letzte Woche, als ich die 500 000 Euro gewonnen hatte. »Würden Sie Ihre Kündigung bei der Süddeutschen Zeitung hier und jetzt übers Fernsehen einreichen?« ... also sagte ich: »Sie spinnen wohl, Herr Jauch. Stattdessen kaufe ich den Laden« ...

Ich verstehe es wirklich nicht: Warum ist es gesellschaftlicher Konsens, dass man arbeitet, weil man muss, und nicht, weil man will? ... Das Konzept von Arbeit scheint zwei Jahrhunderte nach der industriellen Revolution immer noch eines von elender Knechterei zu sein, unter Stöhnen erlitten, um dafür drei Wochen bei 28 Grad auf dem Rücken liegen zu dürfen. Ich kapier’s nicht: Warum sollte man jeden Tag acht, eher zehn Stunden für etwas opfern, was man nur widerwillig tut? ...

Aber gehen, wenn man glücklich ist? Aufgeben, was man liebt?
Um sich am Rand eines Swimmingpools zu langweilen?

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe auch schon gekündigt, immer dann nämlich, wenn keine Liebe für das da war, was ich tat. Und wenn ich jetzt sage: Ich würde auch dann noch arbeiten, wenn ich nicht müsste, dann meine ich nicht, dass Arbeit nicht gut bezahlt werden sollte. Im Gegenteil: Diejenigen sollten Geld verdienen, sogar wahnsinnig viel Geld, die für das, was sie tun, brennen: die Krankenschwester, die lieber einmal zu viel nach dem Rechten schaut, der Lehrer, der nachmittags einen Workshop nachschiebt. Denn wer liebt, was er tut, macht es auch gut. Leistungsprinzip? Nein, Leidenschaftsprinzip. Was für ein Geschenk, so einen Beruf zu haben...

Mein Kommentar:

Zum einen kenne ich Leute, die einen Swimmingpool haben, aber keine Zeit, ihn zu benutzen. Zum anderen ist die Grundeinstellung zu arbeiten, weil man arbeiten mag und dass arbeiten Erfüllung bringt, eine wichtige Voraussetzung für die Einführung des Bürgergeldes.

Viele Probleme unserer Zeit werden gelöst, wenn ein Bürgergeld eingeführt wird.

Menschen leben heutzutage länger, und derzeit wird über die Verlängerung des Arbeitslebens debattiert, ohne dass es Arbeitsplätze für ältere Menschen gibt.

Das bedeutet für die meisten Bürger der Bundesrepublik eine Verelendung im Alter.

Mit den Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen, sieht es genauso aus.

Dieses Problem und viele andere können mit der Einführung eines Bürgergeldes gelöst werden.

Wenn es ein Bürgergeld gibt, werden auch die Gehälter steigen, was vor allem wichtig ist für Berufe wie Krankenschwestern, Lehrer und andere derzeit unterbezahlte Berufe.


Zum Beispiel könnte dann die HartzIV-Diskussion ad Acta gelegt werden.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, des Wandels. Es müssen neue Wege gefunden werden, damit wir Deutschen weiterhin in einem lebenswerten und liebenswerten Land leben und leben können - oder besser gesagt: wieder in einem lebenswerten und liebenswerten Land leben und leben können.

Und das Bürgergeld gehört dazu.

Das Bürgergeld ist auch bekannt unter dem Namen Bedingungsloses Grundeinkommen.

-.-

Meine Video-Empfehlung:

Bedingungsloses Grundeinkommen
als Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft.
Diskussion über Chancen, Risiken und Folgeprobleme.
Öffentliche Diskussionsveranstaltung
an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main am 14. Juli 2006
VIDEO, 1 Stunde und 34 Minuten

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