Die Bahn sei Verträge eingegangen, die sie "abarbeiten" müsse, sagte der Bahnchef,
so heisst es heute in den Nachrichten.
Das wichtigste, was ein Manager lernt, ist verhandeln.
Wenn Firmen trotz veränderter Begleitumstände einfach nur ihre Aufträge abarbeiten, ohne auf eingetretene Veränderungen Rücksicht zu nehmen, dann ist das der schnellste Weg zur Pleite.
Jeder professionelle Manager wird das bestätigen.
Sicherlich ist es bei der Bahn schwieriger, Dinge umzudisponieren, aber für einen gewieften Manager wie Herrn Grube dürfte es kein Problem sein, erfolgreich Verhandlungen mit den bereits beauftragten Baufirmen zu führen, um einen Baustopp zulassen zu können.
Wenn er dazu nicht in der Lage ist, stellt sich die Frage, ob er seiner Aufgabe als Chef der Bahn in einer Demokratie überhaupt gewachsen ist.
Der Stuttgarter Hauptbahnhof gilt unter Fachleuten als schnellster Kopfbahnhof in Deutschland. Im Stuttgarter Hauptbahnhof laufen viele Linien zusammen, deshalb ist der Kopfbahnhof so attraktiv.
Warum wurde ausgerechnet mit dem Stuttgarter Hauptbahnhof angefangen,
warum nicht mit Hamburg-Altona?
Der Kopfbahnhof Hamburg-Altona bereitet dem Eisenbahnbetrieb einige Probleme:
Die Autoverladung für Reisezüge wird direkt über den Kopfbahnsteig abgewickelt, der gleichzeitig von Fahrgästen anderer Züge genutzt wird. Etwa die Hälfte der Regionalzüge aus Schleswig-Holstein enden wegen des Engpasses Verbindungsbahn zwischen Altona und dem Hamburger Hauptbahnhof in Altona, und Reisende müssen teils mit der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof weiterfahren. Durch Verlagerung des Güterzugverkehrs auf eine seit 2005 im Ausbau befindliche Umgehungsstrecke könnten auch die Regionalzüge bis Hauptbahnhof durchfahren.
Die finanziellen Mittel wären dort mit Sicherheit besser angelegt.
Dann gibt es noch die Kopfbahnhöfe in München, Frankfurt, und Leipzig.
Was ist denn mit denen?
Interessanterweise wurde der Kopfbahnhof Leipzig vor weniger als zwanzig Jahren umfassend saniert. Auch dort gab es wochenlange Proteste der Bevölkerung und von Denkmalschützern. Die Fertigstellung beruhte daher auf einem Kompromiss.
Insgesamt flossen in die Modernisierung und den Umbau des Bahnhofes etwa 250 Millionen Euro. Der modernisierte Bahnhof wurde am 12. November 1997 eröffnet - und ist weiterhin Kopfbahnhof.
Was steckt dahinter, dass ausgerechnet der legendäre Stuttgarter Kopfbahnhof der Spitzhacke zum Opfer fallen soll? Hinter dieser Abbruchaktion stecken Interessen, die sich nicht mit dem Lebensgefühl der Stuttgarter Bürger verbinden lassen.
Erinnern Sie sich noch an die letzten Tage der DDR?
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