Sonntag, 31. Oktober 2010

Stuttgart21 - die Schlichtung, 2. Tag

Am Freitag, dem 29. Oktober 2010 wurde die Schlichtung zur Auseinandersetzung um das Projekt der Deutschen Bundesbahn, den Stuttgarter Hauptbahnhof abzureissen, und innerhalb von 15 Jahren unter die Erde zu bringen, weitergeführt.

Hier einige Sendungen zur Schlichtung und kurze Zitate daraus:

Stuttgart 21 - Die Schlichtung: Verhandlungen gehen doch weiter
Quelle: SWR, Video 27:21 Minuten


Nach der ersten Ansage war erst einmal eine Störung von ca. 3 Minuten. Dann ging es um Baumassnahmen, die derzeit von der Bahn durchgeführt werden. Angeblich sind die derzeitigen Arbeiten abgesprochen. Herr Kefer nimmt Stellung. Es gibt Einreden. Nach Aussage von Herrn Kefer sind die derzeitigen Arbeiten Einzelschritte, die nicht bei den Vorgesprächen notiert worden sind.

Wieder einmal: Die Gesichter sprechen Bände!

Abschliessende Bemerkung von Herrn Geissler:
"Ich bedanke mich für die Kooperationsbereitschaft, auch das letzte Mal, und in der Zwischenzeit bis wir uns heute wieder getroffen haben. Sie sehen, in der Presse wird alles mögliche geredet, es gibt Leute von der Seite und von der anderen Seite, die wollen unser demokratisches Experiment natürlich nicht so gut finden und möglicherweise auch verhindern, auf die brauchen wir aber garnicht hören. Es ist kein Anschlag auf die parlamentarische Demokratie, sondern es ist eine Ergänzung, eine zusätzliche demokratische Aktion, um das zu erreichen, was eben in der Zeit des Internet absolut notwendig ist, nämlich die Bevölkerung zu informieren über die Hintergründe, über die Gründe, über die Fakten, die für eine wichtige politische Entscheidung getroffen worden sind, und dass wir diese Fakten austauschen, von Angesicht zu Angesicht, das sage ich noch einmal: auf Augenhöhe, in dem wir Argument gegen Argument stellen, und es ist etwas Neues. Ich finde, auch etwas eine Innovation, die für zukünftige Fälle hier oder irgendwo anders in Deutschland durchaus auch beispielgebend sein kann. Wenn wir es hier richtig machen. Aber davon bin ich überzeugt."

S21: Gegner Palmer über die Leistungsfähigkeit des Projekts
Quelle: SWR, Video 29:18 Minuten


Zitat Boris Palmer:
"Und jetzt darf ich Ihnen als Mathematiker sagen, Fahrplankonstruktion ist extrem schwierig. Sie ist nicht mit Rechenprogrammen machbar, Sie müssen's mit dem Kopf tun. Es gibt dafür kein Computerprogramm, und wenn die besten Leute keinen besseren Zwischenstand hinkriegen als diesen, dann steht sehr zu befürchten, dass zwar noch die kleinen Optimierungen gelingen, zu denen Herr Kefer gesprochen hat, d.h. Sie kriegen es wenigstens hin, dass die Züge nicht zusammenstossen."

Das wundert mich wirklich: Es gibt kein Computerprogramm für Fahrpläne?
Diese Aussage blieb unwidersprochen.

Stuttgart 21 - Die Schlichtung: Worum es an diesem Tag geht
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5713298
Quelle: SWR, Video 05:57 Minuten


Wieder einmal: Die Gesichter sprechen Bände!
Sehr gute Zusammenfassung der Sitzung vom 22.10 durch Herrn Geissler!

S21: Bahnvorstand Kefer über die Leistungsfähigkeit des Projekts
Quelle: SWR, Video 24:59 Minuten


Herr Kefer:
"Ich mache hier gleich von Anfang an das Aviso, dass es nicht das Ziel sein wird, hier zu beweisen, dass der Kopfbahnhof grundsätzlich schlecht ist, sondern, was wir zeigen wollen, ist, warum ein Durchgangsbahnhof mit geringerer Fläche und mit geringeren Gleisen eine durchaus gleiche oder noch höhere Kapazität haben kann als ein Kopfbahnhof."

Hier wird nun offensichtlich eine andere Zielrichtung angestrebt.

Herr Kefer ist nun mal ein gewiefter Rhetoriker.

Meine Vermutung: Wahrscheinlich läuft es am Ende darauf hinaus, dass ein Tunnelbahnhof nur deshalb gebaut werden soll, damit die Stadt durch Entfernung der Gleise und der Bäume des Parks eine zusätzliche Fläche für die Stadtentwicklung bekommen soll. Das wird dann wohl als die treibende Kraft des Projektes dargestellt werden.

Die Flughafen-Anbindung kann natürlich auch eine Rolle dabei spielen.

Beim Vergleich von Kopfbahnhof und Durchgangsbahnhof hat Herr Kefer geschummelt, um das mal so zu sagen:

Beim Kopfbahnhof hat er die längste Querung dargestellt, die natürlich die längste Zeit benötigt, während er beim Durchgangsbahnhof keine Querung vorgestellt hat. Mal wieder ein rhetorischer Kunstgriff.

Zitat:
"Wenn wir schnelle Verbindungen schaffen wollen, dann können wir nicht überall zehn Minuten anhalten."

Herr Kefer zeigt Videos über die Haltezeiten. Umsteigezeiten zwischen verschiedenen Zügen werden dabei nicht berücksichtigt. Ein weiterer Kunstgriff!

Herr Kefer stellt dar und behauptet, dass theoretisch ein achtgleisiger Durchgangsbahnhof die gleiche Leistungsfähigket wie ein Kopfbahnhof mit 16 Gleisen hat.

-.-

Die Kommentare:

S21-Schlichtung: "Immer wieder fehlen Beweisdokumente"
Quelle: SWR, Video 01:30 Minuten


S21-Schlichtung: Aussage gegen Aussage
Noch keine Annäherung - auch in der zweiten Schlichtungsrunde. Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 sitzen seit Freitag, 10 Uhr, wieder im Stuttgarter Rathaus zusammen. Unter der Leitung von Heiner Geißler geht es erneut um die Leistungsfähigkeit des geplanten Durchgangsbahnhofs.
Quelle: SWR, Video 01:08 Minuten


Zusammenfassung:

S21: Leistungsfähigkeit weiter umstritten
Mehr als sieben Stunden lang haben Befürworter und Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 am Freitag im Stuttgarter Rathaus ihre Argumente ausgetauscht. Zweite Schlichtungsrunde mit Vermittler Heiner Geißler. Es ging erneut um die Frage, was der tiefergelegte neue Bahnhof tatsächlich leisten kann. Doch wirklich näher sind sich die beiden Konfliktparteien nicht gekommen.
Quelle: SWR, Video 01:13 Minuten


-.-

Meine Empfehlung - weitere Fernsehsendungen zum Thema:

Tausende demonstrieren gegen S 21
Die Menschen auf der Straße wollen mit ihrem Protest den S21-Gegnern am Schlichtungstisch den Rücken stärken.
Quelle: SWR, Video 01:32 Minuten


3sat neues: Sendung am 31.10.2010
Zu Beginn der Sendung: Stuttgart21
VIDEO, 28:05 Minuten

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