Montag, 13. Juli 2015

13. Juli 2015: Ein schwarzer Tag für Europa

Der 13. Juli ist ein geschichtsträchtiger Tag.

Am 13. Juli 1254 wird in Mainz der erste Rheinische Städtebund gegründet.
Am 13. Juli 1870 wird Bismarcks Emser Depesche veröffentlicht,
                           die zum Deutsch-Französischen Krieg führt.
Am 13. Juli 1878 endet Der Berliner Kongress,
                           der die politischen Verhältnisse auf dem Balkan ordnet.
Am 13. Juli 1931 bricht Die Darmstädter und Nationalbank zusammen.
                           Finanzkrise des Deutschen Reiches.
Am 13. Juli 1941 schlägt Hitler Japan vor, gemeinsam die Sowjetunion und die USA
                           zu „vernichten“.
Am 13. Juli 1957 wird in Göttingen das Max-Planck-Institut für Geschichte eröffnet.
Am 13. Juli 1960 gewährt die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main der Weltbank
                           den bisher höchsten Kredit außerhalb der USA.
Am 13. Juli 2008 wird in Paris die Union für das Mittelmeer gegründet.
Am 13. Juli 2014 gewinnt Deutschland zum vierten Mal die Fußball-Weltmeisterschaft.
Am 13. Juli 2015 gewinnt Deutschland im 17-stündigen Verhandlungs-Marathon
                           gegen Griechenland.

Gute und schlechte Ereignisse halten sich die Waage. Lange hat es gedauert, bis die Europäische Union entstanden ist. Wie lange wird sie wohl halten?

Die Europäische Union wurde u.a. deshalb gegründet,
damit es endlich einen dauerhaften Frieden in Europa gibt.


Davor galten die Worte des preußischen Generalmajors Carl von Clausewitz:
"Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln".

Hier ein Zitat aus Wikipedia:

Die Aussage Clausewitz’, dass alle moralischen und physischen Kräfte eines Staates als Mittel im Krieg eingesetzt werden könnten, legte den Gedanken an eine totale Kriegführung nahe. Clausewitz selbst beschrieb die sogenannten Wechselwirkungen der Eskalation, die zu einer Totalisierung der Kriegsführung führen würden:

  1. Wer sich rücksichtslos aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel bedient, muss ein Übergewicht über seinen Gegner bekommen, sofern dieser nicht das Gleiche tut; dadurch steigern sich beide zum Äußersten.
  2. Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
  3. Da keiner der Gegner die Entschlossenheit seines Feindes genau einzuschätzen vermag, wird jeder versuchen, so entschlossen wie möglich zu sein.
Zitat Ende.

Die Geschichte zeigt, dass genau das vorgekommen ist.
Mitten im heutigen Europa.
Professor Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg, hat dies in der Sendung von Maybritt Illner vom 2. Juli verharmlosenderweise 'Game of Chicken' genannt.

Es stellt sich heraus, dass die Europäische Union offensichtlich keinen innereuropäischen Krieg verhindern kann - aber es gibt einen grossen Fortschritt:

Es ist bis zum heutigen Tage gelungen, die Skala der zur Verfügung stehenden Mittel einzuschränken.
Es wurden bisher keine materiellen Waffen eingesetzt.
Der Krieg fand am grünen Tisch statt.

Allerdings:
Der Begriff „Waffe“ ist auch im nicht-materiellen Sinn zu definieren. In der psychologischen Kriegführung können beispielsweise alle Mittel, die der Schädigung der Moral der gegnerischen Soldaten, aber auch der Zivilbevölkerung des Gegners dienen, als Waffe bezeichnet werden. Weiterhin können alle den Kriegs- und Kampfeinsatz unterstützenden Mittel der Information, Desinformation, Unterwanderung, Sabotage und Ausübung psychologischen Drucks auf Kombattanten als Einsatz von Waffen betrachtet werden.
(Zitat Wikipedia)

Der geneigte Leser mag sich an Hand der Medienberichte der vergangenen Wochen selbst ein Bild davon machen, was geschehen ist. Hat Europa die Unschuld verloren?

Viele von uns erinnern sich an die Schrecken des Krieges, an die Flächenbombardierungen, an die unendlichen Leiden der Zivilbevölkerung.

Dies geschieht nicht.

Es sterben nur einige Kinder und Kranke,
die keine Medikamente bekommen können.

Und Menschen im Mittelmeer.
Aber das steht auf einem anderen Blatt.


Eine neue Zeit bricht an in Europa:
In Europa brauchen wir keinen Krieg mit Waffen zu führen.

In Europa wird ein Krieg mit Zahlen gewonnen!


Nachwort

Das Max-Planck-Institut für Geschichte wurde im April 2007 in "Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften" umbenannt.


Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte zu einem positiven Bild der Deutschen im Ausland geführt. Zum einen durch das positive Auftreten der Nationalspieler und zum anderen aufgrund von Aktionen wie dem Besuch der Pataxó-Indianer. Auch das Tragen von brasilianischen Vereinstrikots oder das zusätzliche Übersetzen der eigenen Kurzmitteilungen ins Portugiesische führte dazu, dass sich das Bild Deutschlands in Brasilien verbesserte.

Das positive Bild der Deutschen im Ausland hat heute schweren Schaden erlitten.


Die Gewerkschaften der Staatsbediensteten haben für Mittwoch
in Griechenland zu einem landesweiten Streik aufgerufen


Was Versailles nach dem 1. Weltkrieg für Deutschland war,
das ist Brüssel für Griechenland heute !



Meine Empfehlung:

Hintergrund - Deutschlandfunk Bild
Privatisierungsfonds - Umstrittene Auflage für Griechenland
13.07.2015 | 03:51 Min. | Quelle: Deutschlandfunk
Autor: Schröder, Gerhard Sendung: Hintergrund
http://www.deutschlandfunk.de/hintergrund.723.de.html

Juncker: Froh über verhinderten Grexit
ZDF heute journal, 13.07.2015 21:45
"Die deutsche Regierung hat sich in Maßen auf griechische Befindlichkeiten zubewegt", sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im ZDF heute-journal im Gespräch mit Marietta Slomka.
VIDEO, 05:28

Maßnahmenpaket für Griechenland
"Wir sind unfähig zu lernen"
n-tv, Montag, 13. Juli 2015

Melinda Crane zu Griechenland:
"Ist es nicht scheinheilig von Deutschland?"
Deutschland bekam 1953 einen Schuldenschnitt von 50%, auch von Griechenland.
Nur so war der deutsche Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg möglich.
n-tv, 10.07.15 – VIDEO, 06:16 min

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen