Dienstag, 14. Juli 2015

Die Europäische Union ist in der Sackgasse !

Die Verhandlungen in den letzten Wochen haben ganz klar gezeigt,
dass die EU in einer Sackgasse ist.

Warum?

Wenn Sie aufmerksam zugehört haben, werden Sie bemerkt haben,
dass es nur ums Geld geht.

Haben Sie auch nur einen Beitrag der Verhandlungsteilnehmer gesehen, in dem von den Menschen in Griechenland geredet wird? Vieleicht hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras erwähnt, dass er sich um seine griechischen Mitbürger sorgt, aber von seinen Verhandlungspartnern/-gegnern war da nichts zu vernehmen. Nada.

Aber um die Menschen geht es doch in Wirklichkeit!
Dass man Geld nicht essen kann, das haben andere schon längst bemerkt.

Dass es nur ums Geld ging, ist eine Sache. Die andere Sache ist aber die, dass die EU nicht innovationsfähig ist (das ist das, was man den Griechen vorwirft - Psychologen nennen das "Projektion"), denn die Choreographie der Möglichkeiten wird von den Maastrichter Verträgen vorgeschrieben.
Diese bestimmen den Tanz der Vampire.
Nichts anderes ist möglich.

Und hier gilt es anzusetzen:
Griechenland braucht dringend Innovationen, um das Land dauerhaft wieder auf die Beine zu bringen, und die EU braucht dringend Innovationen, um zukunftsfähig zu sein.

Dieses Thema mag am Rande erwähnt worden sein, aber keine Massnahme wurde besprochen, um das in die Wege zu leiten. Statt dessen soll Griechenland das "Tafelsilber" verkaufen, und wird dadurch womöglich vieler Zukunftsmöglichkeiten beraubt (über den Treuhandfond will ich an anderer Stelle berichten - "Treuhandfond" ist kein Wort, das neu gelernt werden muss, wie es ein ZDF-Kommentator behauptet hat, mit der "Treuhand" liegen handfeste Erfahrungen bei der Eingliederung der ehemaligen DDR vor).

Auch habe ich vermisst, dass über Massnahmen zur Behebung der Jugend-Arbeitslosigkeit verhandelt wurde. Nichts. Nada.

Die derzeit Zwanzig- bis Dreissigjährigen fühlen sich seit langem zur verlorenen Generation gehörig.

Wer kann, verlässt das Land, um im Ausland sein Geld zu verdienen,
mit dem er seine griechische Familie unterstützen kann.

Es besteht also dringend Handlungsbedarf!

Die griechische Reform

Eine Reform kann in Griechenland nur Erfolg haben, wenn die Bevölkerung mitmacht.

Nun haben wir folgende Konstellation:

Zum einen haben wir die verlorene Generation, die 50% der jungen Leute umfasst, und zum anderen haben wir den Rest der Bevölkerung, der mit dem bisherigen griechischen System engstens vertraut ist, und weiss, wann man einen Umschlag braucht. Jeder Psychologe weiss, dass für diesen Teil der Bevölkerung ein Umlernen ausserordentlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist: "Was Hännschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr (das ist zwar ein deutscher Spruch, aber der gilt auch für Griechenland).

Das ist also das Potential, mit dem das neue Griechenland aufgebaut werden muss.
Griechenland, die Wiege der Demokratie, die uns allen geholfen hat, braucht eine neue Demokratie.
Eine Demokratie, die den Menschen hilft.

Ist der Groschen gefallen?

Meine Erfahrungen zeigen, dass Lernen möglich ist, wenn man es richtig macht.
Statt also den letzten Cent aus den Griechen herauszupressen, sollte man in eine Bildungsinitiative investieren:

Es werden zu allen anstehenden und zu allen drängenden Themen Arbeitsgruppen gebildet, die Informationen sammeln und Problemlösungen finden - in Zeiten des Internets ist das machbar.
Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen werden zusammengetragen, publiziert, und wieder verteilt, sodass ein Lernprozess entstehen kann, der die neue griechische Gesellschaft zu neuer Grösse trägt.

Und nun das Wichtigste:

Arbeitslose junge Leute stellen die Mitglieder dieser Arbeitsgruppen, und damit sie wirklich daran teilnehmen können, bekommen sie eine Aufwandsentschädigung in ausreichender Höhe, damit sie während dieser Zeit nicht mehr arbeitslos sind.

Eine zusätzliche Möglichkeit wäre, dass die Zeiten in diesen Arbeitsgruppen den Mitgliedern als Bonuspunkte für ein Hochschulstudium angerechnet werden,

Es wäre natürlich sinnvoll, diese Ausbildungsintiative so zu strukturieren, dass für die Mitglieder am Ende die Möglichkeit einer festen Anstellung besteht - besser noch,
dass sie die Möglichkeit bekommen, sich freiberuflich selbständig zu machen.

Sicher gibt es noch viel dazu zu sagen.
Das sollte erst einmal einen Anfang aufzeigen, einen Schritt in Richtung Innovation.


Nun noch ein ganz wichtiger Punkt:

Die Versorgung der Bevölkerung

Jeden Tag stehen derzeit die Menschen an den Bankautomaten Schlange, um den Tagesbedarf an Euro abzuholen. Wohin das Geld fliesst, weiss niemand. Ich nehme an, die Menschen kaufen ein, das Geld wandert zum Händler, von dort zum Grosshändler, und dann? Ins Ausland? Eigentlich müsste es an dieser Stelle zurück zur Bank fliessen, denn dann hätte die Bank wieder Geld für den nächsten Tag. Dann würden die Euros nicht jeden Tag von der EU nachgefüllt werden müssen.

Um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ist es vielleicht sinnvoll, Lebensmittelmarken auszugeben. Ich denke, dass das dieser extremen Situation angemessen ist. Dadurch kann die griechische Verwaltung dann einen besseren Überblick über die Zahlungsströme erlangen.

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